Viele Amseln von Usutu-Virus befallen

Der warme Sommer hat dem tropischen Usutu-Virus gut getan. Eine Infektionswelle, bei der viele Amseln sterben, hat NRW heftiger erfasst als andere Bundesländer.

03.09.2019, 08:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Amseln von Usutu-Virus befallen

Eine vermutlich am Usutu-Virus erkrankte Amsel hockt im Gras. Foto: Martin Gerten/Archivbild

Das für Amseln gefährliche Usutu-Virus hat nach Angaben des Nabu in Nordrhein-Westfalen viele Vögel befallen. „Wir haben die meisten Meldungen aus Niedersachsen, knapp dahinter ist dann Nordrhein-Westfalen“, sagte Nabu-Sprecherin Birgit Königs. Allein in den vergangenen Wochen seien landesweit 450 Meldungen mit 900 Verdachtsfällen toter und kranker Tiere eingegangen.

Diese Zahlen geben nach Einschätzungen von Fachleuten nur einen Bruchteil der erkrankten Tiere wieder. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin war davon ausgegangen, dass das Usutu-Virus in diesem Jahr wegen der Wetterlage vermutlich zu einem noch stärkeren Amselsterben in Deutschland führt als im vergangenen Jahr. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken.

„Das Virus breitet sich in den Regionen aus, wo es bisher nicht aktiv war“, sagte Königs mit Blick auf Nordrhein-Westfalen. Betroffen seien Teile des Niederrheins, der Köln-Bonner-Raum, Ostwestfalen und Teile des Ruhrgebiets. Das seien die Gebiete, in denen die Tiere bisher noch keine Abwehr aufbauen konnten.

Infizierte Vögel wirken krank und apathisch, bis sie nach einigen Tagen sterben. Erstmals hatte der Erreger in Deutschland 2011 ein Vogelsterben ausgelöst. Das tropische Virus trete seit den letzten zehn Jahren in Europa auf und breite sich immer weiter aus, sagte Nabu-Sprecherin.

Je wärmer es sei, desto besser gehe es ihm. Fachleute gehen demnach aber nicht von einer grundsätzlichen Gefährdung der Amsel aus - selbst wenn die Bestände mit dem Virus erst einmal reduziert werden. Die Populationen erholten sich auch wieder.

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