Vergiftete Pausenbrote: 26-Jähriger stirbt nach jahrelangem Leiden

Arbeitskollege war der Täter

Weil ein Arbeitskollege seine Pausenbrote vergiftete, ist ein 26-Jähriger jetzt in Schloß Holte-Stukenbrock gestorben. Vorausgegangen war ein langes Leiden.

Bielefeld

09.01.2020, 11:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vergiftete Pausenbrote: 26-Jähriger stirbt nach jahrelangem Leiden

Zehn Monate nach der Urteilsverkündung im Prozess um vergiftete Pausenbrote ist eines der Opfer gestorben. Der junge Mann hatte im Wachkoma gelegen. © dpa

Zehn Monate nach dem Urteil im Prozess um vergiftete Pausenbrote ist eines der Opfer gestorben. Der 26-Jährige lag jahrelang im Wachkoma, nachdem ein Kollege ihm im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock nach Überzeugung der Richter giftiges Pulver auf seine Brote gestreut hatte.

Ein Sprecher des Landgerichts Bielefeld bestätigte am Donnerstag den Tod des Mannes. Zuvor hatte die „Neue Westfälische“ berichtet.

Das Landgericht Bielefeld hatte im März 2019 den damals 57-Jährigen wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt und zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Pulver enthielt Blei- und Cadmiumverbindungen

Die Richter gingen davon aus, dass er mehreren Kollegen ein Pulver mit Blei- und Cadmiumverbindungen auf die Pausenbrote gestreut hatte. Die Eltern des nun gestorbenen 26-Jährigen hatten in dem Prozess über die jahrelange Leidensgeschichte ihres Sohnes berichtet. Vom plötzlich einsetzenden körperlichen Verfall bis hin zum Wachkoma.

Auch zwei weitere Opfer sind gesundheitlich stark beeinträchtigt. Wie Radio Bielefeld berichtet, hat die Bielefelder Staatsanwaltschaft zudem angeordnet, dass Rechtsmediziner noch weiter in zahlreichen ungeklärten Todesfällen in dem Armaturenunternehmen in Schloß Holte-Stukenbrock ermitteln sollen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte legte Revision am Bundesgerichtshof ein.

dpa/kar

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