Vergewaltigung bei Teenager-Date – Schwerter zu Geldstrafe verurteilt

dzAmtsgericht

Sie wollte nur kuscheln, er wollte mehr: Nach einem außer Kontrolle geratenen Teenager-Date ist ein Handwerker aus Schwerte am Donnerstag wegen Vergewaltigung verurteilt worden.

Schwerte/Hagen

, 23.11.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie war 15, er schon 20. Beide waren früher auf derselben Schule, kannten sich aber wohl trotzdem nur flüchtig. Die erste Kontaktaufnahme erfolgte dann auch über Facebook. Eine Freundschaftsanfrage von ihm, die sie akzeptierte. In der Folge entwickelte sich ein reger Chat-Verkehr. Bis es am 25. Mai 2017 zum ersten – und dann auch einzigen – Treffen kam.

Die damals 15-Jährige hatte zwar eindeutig klargestellt, dass es keine sexuellen Hintergedanken geben dürfe, völlig konsequent war sie dann aber wohl selbst nicht.

"Habe gesagt, dass ich nicht will"

Nach dem Besuch einer Eisdiele hatte sie sich schnell bereit erklärt, noch mit in die Wohnung des Schwerters zu fahren, um dort einen Film zu gucken. Dabei lag man gemeinsam auf dem Bett, beide waren bis auf die Unterwäsche entkleidet.

Was dann jedoch passierte, hat die heute 17-Jährige schwer mitgenommen. „Ich habe gesagt, dass ich nicht will“, berichtete sie als Zeugin am Hagener Amtsgericht unter Tränen. „Ich habe mich auch gewehrt, aber er hat mich festgehalten.“

Und die Richter haben ihr geglaubt. Sie verurteilten den heute 22-Jährigen wegen Vergewaltigung zur Zahlung von 700 Euro an eine gemeinnützige Organisation. Außerdem muss der Schwerter an einer Gesprächstherapie teilnehmen. Um ihm deutlich zu machen, dass man Grenzen – vor allem gegenüber Frauen – nicht überschreiten darf. Und um zu lernen, was Empathie ist.

Angeklagter bestreitet Gewalt

Dass der Angeklagte zu weit gegangen ist, weiß er heute auch. Von Zwang und Gewalt wollte er im Prozess allerderings nichts wissen. „Als sie plötzlich gezittert und geweint hat, habe ich doch auch sofort aufgehört“, sagte er den Richtern. Dass er ihre Arme und Beine festgehalten habe, stimme nicht. Genau das wurde ihm am Ende jedoch nicht geglaubt.

Dabei hatte das geplante „Fernseh-Treffen“ aus seiner Sicht eigentlich ganz gut angefangen. Es wurde gekuschelt und geküsst. Als die damals 15-Jährige jedoch nicht mehr weiter gehen wollte, nutzte der Angeklagte nach Ansicht der Richter seine körperliche Überlegenheit. Zum Geschlechtsverkehr kam es zwar nicht. Doch der damals 20-Jährige hatte seine Hand am Ende genau dort, wo sie sie auf keinen Fall haben wollte.

Die Schülerin hatte den Angeklagten damals noch am selben Tag angezeigt. Der sexuelle Übergriff hat sie so mitgenommen, dass sie noch immer in psychotherapeutischer Behandlung ist.

Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.

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