Verfassungsschutzchef Maaßen im U-Ausschuss zu Amri erwartet

Der Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags zum Terrorfall Amri erwartet am Montag Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen als Zeugen. Der noch amtierende Präsident des Inlandsgeheimdienstes werde aussagen, hieß es am Mittwoch aus Ausschussquellen. Zuerst hatte die „Westdeutsche Zeitung“ (Mittwoch) berichtet.

24.10.2018, 13:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verfassungsschutzchef Maaßen im U-Ausschuss zu Amri erwartet

Vor dem Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags im Paul-Löbe-Haus werden zum ersten Mal Experten gehört. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

Im Zentrum der Befragung dürfte stehen, wie nah der Verfassungsschutz tatsächlich an dem tunesischen Islamisten Anis Amri dran war und warum es nicht gelang, ihn früher dingfest zu machen. Der Attentäter war im Dezember 2016 mit einem Lastwagen in einen Berliner Weihnachtsmarkt gerast und hatte zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Maaßen hatte im März 2017 über Amri gesagt: „Wir hatten es hier mit einem reinen Polizei-Fall zu tun, der in den zuständigen Bundesländern bearbeitet wurde.“ Neun Monate später sagte er: „Der Verfassungsschutz war mit dem Fall nur am Rande befasst. Amri war bis zuletzt ein Fall in den Händen der Polizeibehörden.“

Im Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags waren in den vergangenen Wochen verstärkt Zweifel an dieser Version aufgekommen. Die Linken werfen Maaßen vor, die tatsächliche Rolle des Bundesverfassungsschutzes vertuschen zu wollen.

Ursprünglich sollte der Behördenchef bereits zu Beginn dieses Monats im Amri-Ausschuss des NRW-Landtags vernommen werden. Für Wirbel hatte die Absage aus seinem Büro gesorgt, Maaßen habe die Vorladung nie erhalten und werde verreisen.

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