Verdi kritisiert Callcenter-Betreiber KiKxxl

Die Gewerkschaft Verdi dringt auf die Zulassung lokaler Betriebsräte beim Callcenter-Betreiber KiKxxl. Nach etlichen Versuchen, Mitarbeitervertretungen auch in den einzelnen Niederlassungen durchzusetzen, sehe er einen nun eingerichteten „unternehmenseinheitlichen Betriebsrat“ in der Osnabrücker Zentrale skeptisch, sagte Gewerkschaftssekretär Frank Buscher am Donnerstag. Er vermute eine „Mogelpackung“ statt echter Mitbestimmung. „Das heißt also, ein einziges Gremium am Hauptsitz des Unternehmens, und damit ausdrücklich keine örtlichen Betriebsräte für Bremen, Osnabrück, Dortmund und Bochum, wie eigentlich gesetzlich vorgesehen“, so Verdi.

19.12.2019, 18:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verdi kritisiert Callcenter-Betreiber KiKxxl

Eine Fahne der Gewerkschaft Verdi. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/Archiv

KiKxll ist der Auffassung, dass das zentrale Gremium dem Wunsch der meisten Beschäftigten entspricht. „Bei einer Wahlbeteiligung von 63 Prozent sprachen sich 94 Prozent für einen einheitlichen Betriebsrat aus“, erklärte Geschäftsführer Andreas Kremer zu den Ergebnissen einer Mitarbeiterwahl an allen Standorten. In der Vergangenheit habe man schon viele Verbesserungen für die Mitarbeiter umgesetzt. Anstelle von „Insellösungen“ bevorzuge man „gleiches Recht für alle“.

Die Gewerkschaft hielt dagegen, die Einführung einer zentralen Belegschaftsvertretung in Osnabrück sei „überraschend“. „Man muss sich nur mal die Entfernungen und die Anzahl der Beschäftigten an den einzelnen Standorten anschauen, um zu erkennen, dass die Belange der Arbeitnehmer nicht vernünftig von einem Ort aus vertreten werden können“, meinte Buscher. Die erste Wahlversammlung am Freitag (20.12.) am Hauptsitz des Unternehmens wolle KiKxll offenbar noch „schnell vor Weihnachten durchziehen“.

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