Verband: Viele Kinder profitieren nicht vom Teilhabepaket

Die große Mehrheit der Kinder im Alter unter 15 Jahren aus Hartz-IV-Haushalten in Nordrhein-Westfalen nutzt laut einer Studie keine Leistungen des sogenannten Bildungs- und Teilhabepakets. Nur 15,2 Prozent der betroffenen Jungen und Mädchen hätten Leistungen bezogen, heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

08.10.2019, 14:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Verband: Viele Kinder profitieren nicht vom Teilhabepaket

Die Füße von sitzenden Erstklässlern in einer Grundschule reichen nicht auf den Boden. F. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Eine Sprecherin sagte, die Bewilligung sei zu kompliziert, zu bürokratisch und der Betrag von bis zu 15 Euro pro Kind und Monat nicht ausreichend. Auch die Umsetzung sei verschieden - etwa mit Gutscheinen oder einer Karte. Aus dem Paket erhalten Kinder aus Hartz-IV-Haushalten Zuschüsse unter anderem für Sport, Musikunterricht oder die Teilnahme an Freizeiten. Grundlage der Studie sind Daten, die Kommunen bis Juli 2018 ein Jahr an die Bundesanstalt für Arbeit gemeldet hatten.

Der Verband sieht auf Grundlage der Daten allgemein „drastische regionale Unterschiede“: So wiesen in Nordrhein-Westfalen die Städte Hamm und Münster sowie die Kreise Borken und Steinfurt jeweils Quoten von über 80 Prozent der Kinder aus, die Leistungen bezogen. Dagegen seien andere Städte nur auf einstellige Werte gekommen: In Hagen waren es laut der Expertise 4,9 Prozent, in Krefeld 3,2 Prozent, in Recklinghausen und im Oberbergischen Kreis jeweils 9,1 Prozent. Bei anderen Kommunen, etwa für Köln, Bochum und Dortmund, sei eine Berechnung wegen fehlender Daten nicht möglich gewesen, erklärte der Paritätische Wohlfahrtsverband.

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