Vater werden – Vater sein: Neues Projekt der Fabi hat so gar nichts mit Mutter-Kind zu tun

dzFamilienbildungsstätte Werne

Es gibt nicht nur die Bilderbuchfamilie. Dafür aber gibt es extrem viele Mutter-Kind-Kurse in Einrichtungen wie der Familienbildungsstätte. Ein neues Projekt soll dieses Muster aufbrechen.

Werne

, 22.11.2018, 13:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Väter kommen ja gar nicht auf die Idee, sich hier morgens mit den Müttern auf den Boden zu setzen“, sagt Margaretha Winkelmann. Warum auch? Die meisten Kurse in der Familienbildungsstätte Werne sind nun einmal als „Mutter-Kind-Kurse“ deklariert. Würde sich der Vater da nicht komisch vorkommen zwischen all den Müttern? Wahrscheinlich. Und deshalb lässt er’s sein.

Ein neues Projekt der Fabi soll dieses Muster nun aufbrechen. Es ist ein Projekt, das so wahrscheinlich einmalig ist für Werne, auf jeden Fall aber einmalig für die Einrichtung an der Konrad-Adenauer-Straße 8. Das Väterprojekt „Vater werden – Vater sein“ hat rein gar nichts mit „Mutter-Kind“ zu tun. Hier geht es um den väterlichen Part, der manchmal hinten ansteht – aus welchen Gründen auch immer.

Vater-Kind-Pekip-Kurs

Das Projekt der Fabi, so sagt es Margaretha Winkelmann, richtet sich an Väter, die in einem Familiensystem mit oder ohne ihr Kind leben; denen es schwerfällt, eine stabile Bindung zu ihrem Kind aufzubauen – vielleicht, weil sie selbst schlechte Erfahrungen gemacht haben und nicht in der Lage sind, Emotionen zu zeigen.

Auch alleinerziehende Väter sind angesprochen, Väter mit Umgangsrecht – Väter, die sich am Wochenende vielleicht fragen: Was mache ich jetzt eigentlich mit dem Baby? Wie reagiere ich, wenn... ? Ein Vater-Kind-Pekip-Kurs, wenn man so will. Für den Papa und den Spross im ersten Lebensjahr.

Kostenloses Angebot

„Das Ganze wird massiv vom Förderverein der Fabi unterstützt“, sagt Winkelmann. Der Kurs, der im Januar starten soll, kann deshalb kostenlos angeboten werden. Sollten sich Väter angesprochen fühlen, können sie sich in der Fabi melden – eine Bedürftigkeitsprüfung aber hält Winkelmann sich vor. „Es geht um Familien, die die finanziellen Möglichkeiten vielleicht nicht haben und sonst eher nicht an einem Kurs der Fabi teilnehmen würden“, sagt Winkelmann.

Für die pädagogische Mitarbeiterin steht fest: Langfristig soll und darf das Projekt nicht mehr nur ein Projekt sein. „Wir müssen solche Angebote fest ins Programm mit aufnehmen.“ Sonst bleibt alles wie immer. Und das Muster bleibt ein Muster.

  • Der Vater-Kind-Kurs soll im Januar 2019 starten. Maximal zehn Väter können mit ihren Babys teilnehmen, mindestens vier Familien sollten es sein, damit das Angebot zustande kommt.
  • Das Jugendamt der Stadt Werne will gezielt auf Väter zugehen, melden können sich Interessierte aber auch bei Margaretha Winkelmann, pädagogische Mitarbeiterin in der Familienbildungsstätte Werne, unter Tel. (02389) 400211.
  • Das Ganze ist ein Angebot der Fabi in Zusammenarbeit mit dem Förderverein „Fabi for Family“, dem Jugendamt der Stadt Werne, dem Allgemeinen Sozialen Dienst und dem LWL-Heilpädagogischen Kinderheim Hamm.
  • Hier geht es zur Homepage der Fabi.
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