Vandalen wüteten auf dem Schwerter Krippenweg

dzBlinde Zerstörungswut

Viele Ehrenamtliche engagieren sich für den Krippenweg als Attraktion in der Weihnachtszeit. Und sie sammeln für den Kinderhospizdienst. Doch jetzt zerstörten Unbekannte etliche Krippen.

Schwerte

, 13.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Nur die Flügel und der Holzstamm des Engels auf dem Birkenstamm an der Rohrmeisterei bleiben zurück. Und auch vom großen Plakat der Künstlerin Marlies Blauth kann man nur noch die abgeknipsten Kabelbinder an der Gabionenenwand entlang der Ruhrstraße sehen.

Krippenwächterin entdeckte am Mittwoch die Schäden

Am Mittwoch gegen 16.31 Uhr entdeckte eine der ehrenamtlichen Krippenwächterinnen die Vandalismusschäden am vierten Schwerter Krippenweg. Hille Schulze-Zumhülsen, Ideengeberin und mit Initiatorin des Projekts machte sich sofort auf zur Polizei, um die Schäden anzuzeigen.

Sie geht davon aus, dass es sich um puren Vandalismus handelt. Denn eine Tonfigur, die Maria, Josef und das Kind abbildete, verschwand bereits vor drei Tagen. Kurz darauf wurde sie in einem Bach wieder gefunden. Die nächtlichen Besucher hatten das Teil aus einer der Krippen einfach rausgerissen und dann weggeworfen.

Vandalismus zieht sich durch die Geschichte des Krippenwegs

Der Kampf gegen blindwütigen Vandalismus zieht sich durch die Geschichte des Krippenwegs. Seit sich viele Ehrenamtliche für diese Attraktion zur Weihnachtszeit zwischen Altstadt und Ruhr engagieren, gibt es Probleme mit unbekannten Tätern, die vor allem abends und nachts Krippen zerstören und Figuren entwenden.

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Zerstörungen auf dem Schwerter Krippenweg

Wieder haben die Macher des Krippenwegs in Schwerte mit Vandalismusschäden zu kämpfen.
13.12.2018
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Maria ist alleine. Die Josefsfigur ist verschwunden.© Heiko Mühlbauer
Die Einzelteile der verschwundenen heiligen Familie lagen am Donnerstag noch auf den Felsen am Strang.© Heiko Mühlbauer
Vom Plakat von Marlies Blauth blieb nur ein Kabelbinder an der Gabionenwand zurück.© Heiko Mühlbauer
Maria und Josef am Zaun zum Gelände des Ruhrverbandes am Weg zwischen Mühle und Rohrmeisterei verschwanden vollständig.© Heiko Mühlbauer
© Carolin Lehnert
Mittlerweile sind die Flügel des Birkenengels wieder repariert.© Heiko Mühlbauer
Einige Krippen auf dem Krippeweg wurden vermutlich in der Nacht zu Mittwoch zerstört.© Heiko Mühlbauer

„In den vergangenen Jahren haben wir ja schon immer mit dem Problem zu kämpfen gehabt“, sagt Hille Schulze-Zumhülsen. Doch in diesem Jahr war es besonders schlimm. Besonders ärgert sie das verschwundene Transparent. Das hatte die Künstlerin Marlies Blauth aus Meerbusch extra für den Krippenweg angefertigt. Mit 1,50 mal 2 Meter war es verhältnismäßig groß.

„Um es zu befestigen, brauchten wir eine Leiter“, so Schulze-Zumhülsen. Sie kann sich nicht vorstellen, dass man das so einfach abreißen kann, zumal die Kabelbinder offensichtlich mit einem Werkzeug durchgeknipst wurden.

Auch ein Zaun wurde umgestürzt

Doch nicht nur die Arbeiten der ehrenamtlichen Krippenbastler wurden Opfer der Rowdys. Auch der Zaun zwischen Weg und Mühlenstrang wurde umgekippt.

Das Problem des Krippenwegs ist immer der Bereich zwischen der Mühle und dem Theater am Fluss, sagt die Initiatorin. Im vergangenen Jahr hatte man ein Krippe direkt an der Theaterhalle zerstört. Die Einzelteile fanden sich im Bereich der Halfpipe vor der Rohrmeisterei wieder.

„Entweder müssen wir uns eine neue Wegführung ausdenken, oder wird müssen es mal sein lassen“, sagt Hille Schulze-Zumhülsen.

Krippenweg war bislang ein großer Erfolg

Dabei war auch der vierte Krippenweg bislang ein großer Erfolg. Besuchergruppen aus der Region konnte das Team schon zu Führungen begrüßen.

Die nächste öffentliche Führung findet am Sonntag, 16. Dezember statt. Sie beginnt um 16 Uhr vor der Viktorkirche am Markt.

Ebenfalls in der Kirche nach dem Gottesdienst am Sonntag um 11 Uhr verkaufen die Krippenwegsorganisatorinnen Karten, Birkenengel und Leuchter zugunsten des Kinderhospizdienstes im Kreis Unna.

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