Urteil im Prozess gegen Siegaue-Vergewaltiger erwartet

Für den brutalen Überfall auf eine junge Camperin und ihren Freund ist ein Mann bereits zu langjähriger Haft verurteilt worden. Das Bonner Landgericht muss nun in einer zweiten Runde entscheiden, ob es bei der Höhe der Strafe bleibt.

05.10.2018, 03:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im neu aufgelegten Prozess um die Vergewaltigung einer Camperin in der Siegaue will das Landgericht Bonn heute das Urteil sprechen. Das Gericht hatte den Angeklagten bereits im vergangenen Oktober zu einer Freiheitsstrafe von elfeinhalb Jahren wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil teilweise auf. Nun müssen die Bonner Richter die Höhe der Strafe neu festlegen. Dass der abgelehnte Asylbewerber aus Ghana die Tat begangen hat, steht auch für den BGH zweifelsfrei fest. DNA-Spuren hatten ihn eindeutig überführt.

Im Revisionsprozess musste das Landgericht vor allem der Frage nachgehen, ob der 32 Jahre alte Angeklagte vermindert schuldfähig sein könnte. Eine Gutachterin kam aber zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall sei. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin gefordert, das im ersten Prozess verhängte Strafmaß beizubehalten.

Der Angeklagte hatte im April 2017 ein junges Paar aus Süddeutschland überfallen, das in der Siegaue bei Bonn zeltete. Nachts schlitzte er das Zelt mit einer Astsäge auf und verlangte zunächst Geld. Dann zwang er die Studentin nach draußen und vergewaltigte sie. Die Tat hatte auch überregional für Entsetzen gesorgt.

Weitere Meldungen