Urteil im Mordprozess um „Horrorhaus“ von Höxter erwartet

Im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter wird nach fast zwei Jahren Verfahrensdauer an diesem Freitag ein Urteil erwartet. Unmittelbar zuvor hat der Angeklagte Wilfried W. nach rund 60 Verhandlungstagen am Landgericht Paderborn die Möglichkeit, sich noch einmal zu äußern. Seine ebenfalls wegen Mordes durch Unterlassen angeklagte Ex-Frau Angelika W. hatte diese Möglichkeit zum sogenannten letzten Wort bereits am vorletzten Prozesstag Mitte September. Die beiden Angeklagten sollen jahrelang mit Kontaktanzeigen eine Vielzahl von Frauen in das Haus gelockt, seelisch und körperlich schwer misshandelt und finanziell ausgebeutet haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

02.10.2018, 09:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Urteil im Mordprozess um „Horrorhaus“ von Höxter erwartet

Der Vorsitzende Richter am Landgericht, Bernd Emminghaus, sitzt in einem Saal des Landgericht. Foto: Friso Gentsch/Archiv

Alle Prozessbeteiligten lobten vor dem Urteil das faire Verfahren und den Umgang zwischen Gericht, Verteidigern und Anklage. Der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus und seine Kollegen müssen jetzt über die Anträge von Staatsanwaltschaft, Nebenklägern und Verteidigern entscheiden. Die Forderungen liegen zum Teil weit auseinander: Am einen Ende der Skala steht die Forderung nach lebenslanger Haft für beide mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und Einweisung in die Psychiatrie von Wilfried W.; am anderen Ende werden siebeneinhalb Jahre Haft für den Angeklagten und Freispruch für Angelika W. gefordert.

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