Unterhaltsame Geschichte der Kinos in Lünen

dzNeue DVD „Lünen von oben“

Lünen hatte früher in vielen Stadtteilen Kinos. Uwe Koslowski erzählt ihre Geschichte - vom „Palast“ und „Astoria“ bis zur Cineworld. Es ist seine vierte DVD in der Reihe „Lünen von oben“.

Lünen

, 14.11.2018, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alles begann mit einem Anruf. Ein Filmkollege erzählte Uwe Koslowski, dass er in Lünen-Süd die Räume eines ehemaligen Kinos anschauen wollte. Koslowski kam mit und gemeinsam entdeckten sie einen kleinen Raum, in dem noch die alte Leinwandbeleuchtung zu sehen war. „Dann hab ich angefangen zu recherchieren, im Stadtarchiv, hab dann über die Zeitung einen Aufruf gestartet, wer mir noch was über die alten Kinos in Lünen erzählen kann oder Fotos hat“, so der Lüner Filmer.

Zeitzeugen kommen zu Wort

Viele alte Bilder gab es zwar nicht, aber Zeitzeugen. Zehn Kinos von einst haben es in die vierte DVD der Reihe „Lünen von oben“ geschafft und natürlich auch das aktuelle Lüner Kino, die Cineworld. Zwölf Gesprächspartner kommen zu Wort.

Unterhaltsame Geschichte der Kinos in Lünen

Eines der Werbe-Dias des früheren Schuhauses Wittler, die im Brambauer Apollo-Theater zu sehen waren. © Uwe Koslowski

Darunter Gerline Wittler, deren Eltern früher ein Schuhgeschäft in Brambauer führten und die im Apollo-Kino Werbedias zeigten. Oder Friedhelm Eschner, der im Brambauer Deli seine Frau kennen lernte. „Auch Knut Thamm, der früher in Lünen den Filmclub leitete, hab ich interviewt.“ Besonders freute sich Koslowski, dass auch der frühere Lichtburg-Betreiber Gerd Politt ihm ein Interview gegeben hat. „Er erzählt natürlich etwas über die Lichtburg, aber auch über die Anfänge des Kinofestes“, so Koslowski.

Unterhaltsame Geschichte der Kinos in Lünen

Die Zeitmaschine, die als roter Faden durch den Film führt. © Uwe Koslowski

Mit einem „Kinometer“, einer Art Zeitmaschine entführt der Filmemacher den Zuschauer auf eine Zeitreise durch die Lüner Kino-Geschichte, die ähnlich verlief wie auch in vielen anderen Städten. Der große Kino-Hype war in den 50er Jahren als überall die Sehnsucht nach Filmen und Unterhaltung groß war. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hatte Lünen damals sogar mehr Kino-Sitzplätze als Düsseldorf. Im Astoria gab es in einem Saal mehr als 900 Plätze, die anderen Kinos hatten jeweils einen Saal mit 500 Plätzen. Der Trend zu mehr und entsprechend kleineren Sälen kam viel später.

Unterhaltsame Geschichte der Kinos in Lünen

Szene aus der DVD mit altem Kinomobiliar. © Uwe Koslowski

„Mit dem Siegeszug des Fernsehens ging es dann steil nach unten für die Kinos.“ Viele Häuser schlossen. Eine Zeitlang sei Lünen sogar komplett kinolos gewesen, bis dann die Lichtburg am südlichen Ende der Lange Straße wieder öffnete und Lünen sogar 1990 das Kinofest bescherte.

Filmplakate sind eigentlich Kino-Programmhefte

Um ein richtiges Gefühl für die alten Kinozeiten zu bekommen, hat Koslowski alte Kinosäle virtuell aufwendig nachbauen lassen. „Wenn da dann Filmplakate an der Wand hängen, sind das eigentlich Programmhefte, die mir Margret Poklekowski aus der Sammlung ihres Mannes zur Verfügung gestellt hat.“

Garniert sind die Geschichten und Interviews mit schönen Luftaufnahmen von Koslowski, zum „Luft holen nach vielen Informationen“.

Unterhaltsame Geschichte der Kinos in Lünen

Auf dieser Karte tauchen immer wieder kleine Projektoren auf, um zu zeigen, wo es überall einst in Lünen Kinos gab. © Uwe Koslowski

Am spannendsten bei der Recherche fand der Wahl-Lüner, dass er nebenbei erfuhr, dass Celluloid, das einstige Filmmaterial, unter das Sprengstoffgesetz fiel. Weil es so schnell brennbar war und nicht gelöscht werden konnte. Filmvorführer lebten vor einigen Jahrzehnten also sehr gefährlich. Das änderte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als anderes Material verwendet wurde.

Gewinnspiel: DVDs zu gewinnen

Uwe Koslowski stellt fünf der neuen DVDs über die Lüner Kinogeschichte für ein Gewinnspiel zur Verfügung. Wer eine gewinnen möchte, sollte eine Frage beantworten: Wie hieß das Vorgänger-Kino der heutigen Cineworld? Bitte per Mail an lokalredaktion.luenen@ruhrnachrichten.de Einsendeschluss ist der 20. November. Bitte Namen und Adresse in die Mail schreiben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die DVD „Die Geschichte der Kinos in Lünen“ kostet 14,95 Euro. Erhältlich ist sie in der Lippe-Buchhandlung, in der Thalia-Buchhandlung, bei Sport Duwe und bei Rewe Hübner. In Lünen fand er auch für seinen neuen Film viele Unterstützer. So finanzierte die Fahrschule Europa einen Werbefilm auf der Leinwand am alten Mercedes-Gebäude. Und Hörgeräte-Schnurbusch präsentiert den Film über die Kinos auf einem Monitor im Schaufenster. Für den Lüner Filmer ist es insgesamt seine sechste DVD, neben den nun vier Lüner Filmen drehte er auch für „Selm von oben“ und für „Heimat Brackel“.
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