Steine gegen Obdachlose: Streit eskaliert

Mit großen Steinen will die Landeshauptstadt Obdachlosenlager im Regierungsviertel verhindern. Doch die Obdachlosen wollen die Steine zurück zum Absender bringen: vor das Düsseldorfer Rathaus.

26.09.2019, 08:49 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Streit um die Verhinderung von Obdachlosenlagern in Düsseldorf eskaliert. Die Stadt hatte auf Flächen, auf denen Obdachlose lange Zeit gezeltet hatten, große Steine ausgelegt. Nachdem Unbekannte die Steine am Mittwochabend beiseite geräumt hatten, kündigte eine Obdachlosen-Initiative am Donnerstag an, sie zum Absender zurück zu bringen und vor das Rathaus zu schaffen.

Die zuständige Amtsleiterin Miriam Koch sagte der Deutschen Presse-Agentur, man werde versuchen, den Konflikt im Gespräch zu lösen. Die angebotene Unterbringung in einer ehemaligen Schule sei für die Obdachlosen weitaus besser als der Lagerplatz, an dem es neben Beschwerden auch hygienische Probleme mit Ratten und Müll gegeben habe. „Wir können aber niemanden zwingen“, sagte Koch.

Die Steine hatte die Landeshauptstadt auf der Fläche eines Obdachlosen-Camps unter einer Rheinbrücke zwischen Staatskanzlei und Landtag ausgelegt. An anderer Stelle waren Fahrradständer montiert worden.

Koch betonte, dass die Stadt Obdachlosenlager bis auf wenige Ausnahmen dulde. Statt Steine unter eine Brücke zu legen, um zu verhindern, dass dort arme Menschen schlafen, sollte die Stadt mit den Steinen lieber ein Haus für Obdachlose bauen“, sagte Oliver Ongaro, Streetworker beim Straßenmagazin „fiftyfifty“.

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