Unschuldig im Gefängnis und gestorben: Reul räumt Fehler ein

Nach dem Tod eines unschuldig ins Gefängnis gesperrten Syrers hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) einen schweren Fehler in seinem Verantwortungsbereich eingeräumt. Polizisten hätten es entgegen der eindeutigen Erlasslage versäumt, die Identität des 26-Jährigen näher zu überprüfen. Er bat dafür die Familie des Verstorbenen am Freitag um Entschuldigung. „Wir müssen alles daran setzen, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholt.“

06.10.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unschuldig im Gefängnis und gestorben: Reul räumt Fehler ein

Der Hof mit Teich vor der Justizvollzugsanstalt Kleve. Foto: Oliver Berg/Archiv

Der junge Mann war zwei Wochen nach einem Feuer in seiner Gefängniszelle in Kleve am vergangenen Samstag in einer Klinik gestorben. Er hatte bei dem Brand schwerste Verbrennungen erlitten. Zehn weitere Menschen trugen Rauchvergiftungen davon.

Die Behörden hatten danach eingeräumt, dass der Syrer mehr als zwei Monate lang zu Unrecht im Gefängnis saß. Er sei Opfer einer Verwechslung geworden. Der tatsächlich Gesuchte, ein Mann aus Mali, habe mit dem Inhaftierten keine Ähnlichkeit, sagte Reul.

Der Vorgang beschäftigte am Freitag den nordrhein-westfälischen Landtag. Innen- und Rechtsausschuss des Parlaments kamen zu einer Sondersitzung zusammen. Die Opposition hat großen Fragebedarf: Die SPD ging mit einem 107 Fragen, die Grünen mit einem 161 Fragen starken Katalog in die Sitzung.

„Wir müssen uns selbstkritisch fragen, was schiefgelaufen ist. Denn dass etwas schiefgelaufen ist, steht fest“, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU).

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