Unschuldig im Gefängnis gestorben: Sondersitzung im Landtag

Ein junger Syrer wird am Niederrhein zu Unrecht monatelang ins Gefängnis gesperrt. Er stirbt an den Folgen eines Feuers in seiner Zelle. Die Opposition spricht von einem Justizskandal und dringt auf Aufklärung.

05.10.2018, 01:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Unschuldig im Gefängnis gestorben: Sondersitzung im Landtag

Die JVA in Kleve. Foto: Oliver Berg/Archiv

Der Tod eines unschuldig ins Gefängnis gesperrten Syrers beschäftigt heute den nordrhein-westfälischen Landtag. Innen- und Rechtsausschuss des Parlaments kommen wegen des Falls zu einer Sondersitzung zusammen.

Der 26-Jährige war zwei Wochen nach einem Feuer in seiner Gefängniszelle in Kleve in einer Klinik gestorben. Er hatte schwerste Verbrennungen erlitten. Zehn weitere Menschen hatten Rauchvergiftungen.

Die Behörden hatten danach eingeräumt, dass der junge Syrer mehr als zwei Monate lang zu Unrecht im Gefängnis saß. Anscheinend wurde er Opfer einer Verwechslung.

Die Staatsanwaltschaft Kleve ermittelt gegen mehrere Polizisten wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung im Amt. Sie sollen es trotz kritischer Nachfragen versäumt haben, die Identität des Festgenommenen zu klären.

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