Unfälle in Lünen: Wo es am meisten kracht und was dagegen getan werden soll

dzKommission

Einmal im Jahr legt die Unfallkommission ihren Jahresbericht vor. Hier kann man nachlesen, wo es in Lünen des Öfteren auf den Straßen zu Unfällen kam - und was man dagegen tun will.

Lünen

, 13.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sitzen regelmäßig zusammen, die Mitglieder der örtlichen Unfallkommission. Dazu gehören unter anderem Polizei, der Kreis Unna und die Bezirksregierung. Den Vorsitz hat die Stadt Lünen. Ihre Aufgabe: Zu schauen, wo es in der Stadt häufig zu Unfällen kommt - und wie man Abhilfe schaffen kann. Die Zuständigkeiten sind unterschiedlich, je nachdem ob es sich zum Beispiel um eine Bundesstraße oder um eine städtische Straße handelt. Je nach Aufwand, so teilt die Stadt auf Anfrage mit, sollen die „Maßnahmen innerhalb von drei bis zwölf Monaten umgesetzt werden“. Tagt die Kommission erneut, werde das überprüft.

Die Kommission unterscheidet zwei Statistiken, die so genannte „Ein Jahres-Betrachtung“ und die „Drei-Jahresbetrachtung“. Für 2018 meldet die Unfallkommission in der Ein-Jahres-Auswertung eine Stelle, an der sich Unfälle gehäuft haben; in der Drei-Jahres-Auswertung wurden sechs Bereiche identifiziert.

Das ist das Ergebnis:

  • Borker Straße/Alstedder Straße (Ein-Jahres-Betrachtung)

Der Kreuzung taucht zum ersten Mal in dieser Statistik auf. Es handelt sich um drei leichtere Unfälle. Die Situation: Der westliche Radweg der Borker Straße verläuft auf dem Gehweg und führt in südlicher Richtung als rot markierte Radwegefurt über den Kreuzungsbereich. Wenn die Ampel Rot zeigt, werden Radler jedoch unter Umständen von einem auf dem Seitenstreifen abgestellten Fahrzeug verdeckt und werden deshalb von den daneben auf der Straße wartenden Fahrzeugen nicht wahrgenommen. Der Beschluss: Der letzte Parkplatz auf dem Seitenstreifen soll mit weißer Farbe als Sperrfläche markiert werden.

  • Münsterstraße/Ernst-Becker-Straße (Drei-Jahres-Betrachtung)

Für den Zeitraum wurden fünf Unfälle mit Leichtverletzten gemeldet. Es waren immer Radfahrer beteiligt, allerdings waren die Abläufe unterschiedlich: Einmal wurde ein Radfahrer, der in der falschen Richtung unterwegs war, von einem Autofahrer übersehen, andere Male erfassten Autos Radler, weil sie deren Vorfahrt missachteten. Beschluss: Unter anderem sollen die roten und weißen Markierungen der Radwege erneuert werden.

Unfälle in Lünen: Wo es am meisten kracht und was dagegen getan werden soll

Schon seit längerer Zeit unter Beobachtung: Die Kreuzung Cappenberger-/Kurt Schumacherstraße. © Goldstein

  • Kreuzung Kurt-Schumacher-/Cappenberger-/Konrad-Adenauer-Straße (Drei-Jahres-Betrachtung)

Die große Kreuzung wird schon seit längerer Zeit beobachtet. Erste Beschlüsse der Kommission wurden bereits umgesetzt. Ob sie wirken, könne man noch nicht sagen. Klar ist: Der Kreuzungsbereich soll umgebaut werden. Unter anderem sollen die Dreiecksinseln zurückgebaut werden.

  • Kurt-Schmumacher-Straße/Bismarckstraße:

Die Kreuzung taucht erstmals in der Statistik auf. Es gibt Unfälle verschiedener Art. Zweimal kam es zu Unfällen, weil Autofahrer bei Rot fuhren. Als Konsequenz aus allen Unfällen will man die Ampelschaltung überprüfen.

  • Brechtener-/Karl-Harmann-/Zechenstraße:

Auch dieser Bereich taucht ebenfalls das erste Mal auf. Die Unfälle verliefen unterschiedlich. Die Kommission vermutet, dass sich Verkehrsteilnehmer hier durch verblasste oder nach Baumaßnahmen nicht erneuerte und damit kaum noch erkennbare Markierungen unsicher fühlen. Die Straßenbahn verunsichere zusätzlich. Die Markierungen sollen erneuert werden.

Unfälle in Lünen: Wo es am meisten kracht und was dagegen getan werden soll

Kreuzung Brechtener Straße/Zechenstraße: Hier soll es neue Markierungen geben, weil die alten so verblasst sind, dass sie kaum mehr zu erkennen sind. © Goldstein

  • Kreisverkehr Cappenberger-/Wehrenbold-/Laakstraße:

Diese Stelle ist seit mehreren Jahren als Unfallschwerpunkt bekannt. Ein Grund: Der Innenring des Kreisverkehrs werde häufig von Radlern überfahren, die dann von anderen Verkehrsteilnehmer übersehen würden. Nun soll die Innenfläche so gestaltet werden, dass sie von Radlern nicht mehr befahren werden kann.

Unfälle in Lünen: Wo es am meisten kracht und was dagegen getan werden soll

Die Kreuzung Münster/-Barbarastraße: Hier sollen rote und weiße Pflastersteine künftig für mehr Sicherheit sorgen. © Goldstein

  • Kreuzung Münster-Stein-Barbarastraße:

Der Bereich ist zum ersten Mal erfasst. Die Unfälle verlaufen unterschiedlich. Mit verschiedenen Maßnahmen (weiße und rote Pflastersteine) sollen die Radwege besser wahrnehmbar werden.

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