Un-Sozialer Arbeitsmarkt

dzKommentar der Redaktion

Dass die Unnaer Tafel kurzfristig vier Ausgabestellen schließen muss, ist eine überaus traurige Nachricht, die so gar nicht in die Weihnachtszeit passt. Mitverantwortlich für die Misere sind ausgerechnet Sozialdemokraten – allerdings nicht in Unna, sondern in Berlin.

21.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Der Soziale Arbeitsmarkt soll Langzeitarbeitslosen endlich wieder eine dauerhafte Perspektive auf Beschäftigung ermöglichen – und damit auch wieder einen geregelten Tagesablauf, Selbstwertgefühl und Anerkennung. So weit, so gut.

Doch das neue Teilhabechancengesetz, so die offizielle, hochtrabende Bezeichnung, hat auch eine zutiefst unsoziale Seite – die ausgerechnet die Schwächsten trifft. Nämlich die, dass sich die Träger künftig an den Lohnkosten beteiligen müssen. Einrichtungen wie die Tafel, die selbst keinerlei Geld verdienen können und keine kommunalen Zuschüsse erhalten, können sich das schlicht nicht leisten – ein schwerer Fehler im Gesetz.

Erschwerend hinzu kommt, dass sich die Verhandlungen über das Gesetz zwischen den Koalitionspartnern in Berlin quälend lange hingezogen haben.

Durch die Verabschiedung erst kurz vor Weihnachten fehlt schlicht die Zeit, den Verlust der auslaufenden Teilhabe-Stellen zum 1. Januar nahtlos aufzufangen. Das ist der Großen Koalition aus Union und SPD sowie dem SPD-geführten Arbeitsministerium unter Minister Hubertus Heil anzukreiden.

Nun gilt es, schnellstmöglich nachzusteuern. Das hiesige Jobcenter steht im Wort, den betroffenen Mitarbeitern ein anderes Angebot zu machen – ebenso wie der Tafel. Damit die vier Ausgabestellen, die bisher immerhin 600 Bedürftige versorgt haben, möglichst schnell wieder beliefert werden können.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Erklärung im Wortlaut

Nachdem ich Ende Juli auf eigenen Wunsch vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker beurlaubt word

Hellweger Anzeiger Abfallentsorgung

Illegale Müllablage: Stadtbetriebe weisen auf Problem hin – und bieten Lösungen für Abfall-Sünder