Umfrage: Nichtwähler und AfD-Anhänger nutzen nur wenige News-Quellen

Wahlforschung

Unterstützer kleiner Parteien sowie AfD- und Nichtwähler sind am meisten gefährdet, in sogenannten Filterblasen gefangen zu sein. Das ermittelten Psychologen der Universität Ulm.

Berlin

21.01.2020, 08:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Umfrage: Nichtwähler und AfD-Anhänger nutzen nur wenige News-Quellen

Das Onlinespiel „Getbadnews.de“ zeigt, wie Stimmungsmache im Internet funktioniert - und man möglichst nicht auf sie hereinfällt. © picture alliance/dpa

Nicht- und AfD-Wähler sowie Unterstützer von kleinen Parteien nutzen einer Umfrage zufolge die wenigsten Nachrichtenquellen. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der Universität Ulm nach der Befragung von 1861 Personen und der Auswertung ihrer Antworten, berichtet „heise online“.

Danach haben Frauen und Männer, die die AfD, eine sonstige Partei oder gar nicht wählen, die niedrigste Anzahl konsumierter Nachrichtenquellen angegeben. Im Vergleich zu anderen Probanden hätten AfD-Wähler zudem die höchsten Werte bei autoritären Einstellungen gezeigt.

Studie: Männer nutzen mehr Kanäle als Frauen

Ältere Befragte, ergab die Studie, würden insgesamt betrachtet mehr Nachrichtenquellen nutzen als jüngere. Männer nutzten demnach mehr Informationskanäle als Frauen. Und Personen, die mehrere unterschiedliche Quellen nutzen, scheinen offener und weniger autoritär eingestellt zu sein.

Die Forscher aus Ulm interpretieren die Ergebnisse so, dass die Gefährdung, in eine Blase aus gleichen Meinungen und politischen Einstellungen zu geraten, bei denen am größten ist, die nur wenige Nachrichtenquellen nutzen würden. Vor allem junge Menschen, die sich ausschließlich über Newsfeeds sozialer Medien informieren, unterliegen einem hohen Risiko, in eine Filterblase oder Echokammer zu geraten. Hier finden Sie die Studie im Original

„Mitglieder nutzen nur eine Art von Nachrichtenquelle, in der auch noch potenziell stark selektierte Informationen angeboten werden“, sagt die Ulmer Forscherin Cornelia Sindermann. „Dazu kommt die für soziale Medien typische eigene Selektion, die die Vorauswahl durch Algorithmen noch einmal potenzieren kann.“

Wer sich aus verschiedenen Quellen informiere, könne Echokammern vermeiden, so die Experten. Sie wollen nun untersuchen, ob die Fähigkeit, zwischen faktischen Nachrichten und „Fake News“ unterscheiden zu können, ebenfalls mit dem Nachrichtenkonsum zusammenhängt.

Die Datenerhebung hat begonnen. Hier können Sie bei Interesse mitmachen.

RND/cle