Übermittagsbetreuung in Selm: Stadt will flexible Betreuung streichen

dzKinderbetreuung

Für Eltern von Grundschulkindern in Selm gab es bisher eine flexible Lösung: Sie konnten die Übermittagsbetreuung tageweise dazubuchen. Diese Möglichkeit soll nun aber gestrichen werden.

Selm

, 12.12.2019, 10:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Arbeit dauert es ausnahmsweise länger, weil noch ein wichtiger Geschäftstermin ansteht. Und wer holt jetzt die Kinder von der Schule ab? Bisher gab es für Eltern von Grundschulkindern in Selm eine recht flexible Lösung: Für vier Euro am Tag konnten sie die Übermittagsbetreuung spontan dazubuchen.

Bis jetzt. Die Stadtverwaltung schlägt nun vor, diese Passage aus der Satzung zur Übermittagsbetreuung an den Selmer Grundschulen zu streichen. Darüber wurde unter anderem am Dienstag beim Jugendhilfeausschuss diskutiert.

Planungsschwierigkeiten

Für die Schulen war diese Regelung offenbar zu spontan und nicht gut planbar. Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2019 hätten insgesamt 45 Kinder die tageweise Übermittagsbetreuung in Anspruch genommen, heißt es in der Sitzungsvorlage. In der Spitze mussten bis zu fünf Kinder zusätzlich betreut werden.

Die Regelung habe daher „zu punktuellen Planungsschwierigkeiten in der Schule, bzw. seitens des Trägers“ geführt, „um – ohne zeitlichen Vorlauf – eine angemessene Personalausstattung innerhalb der Betreuung zu gewährleisten“, heißt es in der Vorlage.

Hubert Seier von der UWG kritisiert die geplante Streichung: „Ich finde, es ist eine Serviceleistung für Eltern, wenn sie ihre Kinder spontan betreuen lassen müssen.“ Er verstehe nicht, warum der Absatz gestrichen werden solle.

Hubert Mengelkamp von der CDU sieht das anders: „Eine Planungssicherheit muss vorhanden sein“, sagt er.

Nur im absoluten Notfall

Kämmerin Sylvia Engemann sagt: „Dass die Flexibilität für Eltern schön ist, kann ich nachvollziehen, aber das darf nicht zu Lasten von den Betreuern und den festgebuchten Übermittagskindern gehen.“ Es sei nicht möglich, in einer schon ausgebuchten Gruppe zusätzliche Plätze zu bieten.

Außer im absoluten Notfall. In dringenden Einzelfällen könne der Träger entscheiden, ob er einer Aufnahme ausnahmsweise zustimmt. Dann auch ohne Erhebung eines Beitrages.

„Das geht aber nur für den absoluten Notfall, wenn man nicht weiß, wo man mit seinen Kindern hinsoll“, macht Engemann klar. Auf die Frage, wann denn dieser absolute Notfall eintrete, sagt Engemann, der sei gegeben, wenn ein Elternteil zum Beispiel im Krankenhaus liege. Für die Änderung des Antrags gab es im Ausschuss sieben Ja-Stimmen und sechs Nein-Stimmen. Die endgültige Entscheidung trifft dann der Rat am 19. Dezember. Zuvor wird er auch noch im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 12. Dezember, diskutiert.

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