US-Strafzölle und Brexit machen Lambertz Sorgen

Der Lebkuchen- und Printenhersteller Lambertz sieht seine Erfolge auf dem amerikanischen Markt durch die ab Freitag drohenden US-Strafzölle von 25 Prozent bedroht. Lambertz-Eigentümer Hermann Bühlbecker sagte am Donnerstag in Düsseldorf, das Familienunternehmen habe es in den vergangenen Jahren geschafft, mit seinem Gebäck aus deutscher Produktion bei großen US-Händlern wie Wal Mart Fuß zu fassen. Doch die Zölle stellten das nun in Frage.

17.10.2019, 14:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lambertz werde die Extrakosten wohl zunächst selbst schultern müssen, sagte der Unternehmer. Doch im nächsten Jahr werde dies zu höheren Preisen für die US-Konsumenten führen, mit absehbar negativen Auswirkungen auf den Absatz. Auch in Großbritannien werde der Brexit die Produkte verteuern, warnte der Unternehmer. Er befürchtet dort Umsatzeinbußen von 10 bis 20 Prozent.

Allerdings hat Lambertz Glück im Unglück. Beide Märkte spielen für den Konzern bislang noch eine eher untergeordnete Rolle. Und anderswo laufen die Geschäfte derzeit so gut, dass der Konzern die Einbußen am Ende wohl verkraften kann. Bühlbecker rechnet im Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem Umsatzplus - nicht zuletzt dank des in diesem Jahr sehr gut angelaufenen Geschäfts mit Weihnachtsbäckereien.

Im vergangenen Jahr hatten die Umsätze des Gebäckherstellers Bühlbecker zufolge bei rund 626 Millionen Euro netto stagniert. Doch auch dies sei angesichts des ungewöhnlich warmen Jahres 2018, in dem das Wetter die Nachfrage nach Süßigkeiten eher gebremst habe, ein Erfolg, meinte er. Fast 60 Prozent seiner Umsätze macht das Unternehmen allerdings mit Ganzjahres-Artikeln wie Gebäckmischungen. Die Exportquote liegt bei 24 Prozent. In den USA erzielte Lambertz im vergangenen Jahr einen Umsatz von 28 Millionen Euro.

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