U21 will Titel-Krönung gegen Spanien - „Moment genießen“

Wieder Finale, wieder Spanien - und wieder der Titel? Deutschlands U21 kann zwei Jahre nach dem Triumph von Krakau erneut Europameister werden. Die Rollen sind allerdings ganz anders verteilt als 2017.

29.06.2019, 11:38 Uhr / Lesedauer: 3 min

Deutschlands nächste Fußball-Generation ist bereit für eine große Final-Nacht. Mit Teamgeist und Entschlossenheit wollen Trainer Stefan Kuntz und seine U21-Jungs sich gegen Spanien erneut zum EM-Champion krönen und als allererste deutsche U21 ihren Titel erfolgreich verteidigen.

„Wenn man im Finale steht, will man auch den Titel gewinnen, das ist keine Frage“, sagte Top-Torjäger Luca Waldschmidt vor dem Duell mit den stark eingeschätzten Spaniern am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) in Udine. Im vierten Endspiel einer deutschen U21 soll die aktuelle Generation für den dritten Triumph sorgen.

Schon vor dem letzten Turnierauftritt gab es reichlich Lob - auch von allerhöchster Stelle. „Es ist beeindruckend, wie diese jungen Spieler die Vorgaben umsetzen, wie diszipliniert sie sind, wie sie - wie auch gegen Rumänien - kämpfen und wie viel Spielfreude sie zeigen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw mit Blick auf das hart erarbeitete 4:2 im Halbfinale gegen Rumänien. Gemeinsam mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff wird Löw auch zum Finale anreisen.

„Es freut uns natürlich, sowas zu hören vom Bundestrainer“, sagte Kapitän Jonathan Tah, der mit sechs A-Länderspielen wie auch Lukas Klostermann, Benjamin Henrichs und Maximilian Eggestein bereits Erfahrungen in der A-Elf sammeln durfte. Aber auch die anderen Spieler aus der aktuellen U21-Generation wecken Hoffnungen auf eine glorreiche Zukunft. „An so manchem Spieler werden wir bestimmt auch über die U21 hinaus noch unsere Freude haben“, prophezeite Löw.

Auch Kapitän Tah ist sich sicher: „Ich denke, dass sehr viel Potenzial in dieser Mannschaft drinsteckt.“ Zuvor wollen Spieler wie Tah, Mahmoud Dahoud oder Waldschmidt, die in Zukunft nicht mehr in der U21 spielen dürfen, ihre Junioren-Zeit noch krönen. „Es ist natürlich das große Ziel, den Titel zu holen“, sagte der viermalige Turniertorschütze Marco Richter. „Es zählt einfach nur: alles raushauen, Gas geben und alles versuchen.“

Exakt zwei Jahre nach dem EM-Coup von Krakau 2017 steht das DFB-Team erneut im Endspiel und wieder heißt der Gegner Spanien. Die Rollen sind dieses Mal allerdings ganz anders verteilt als noch vor zwei Jahren, als Spanien klarer Favorit und die deutsche Elf der Außenseiter war. „Es gibt keinen wirklichen Favoriten. Ich glaube, dass sich beide Mannschaften das Finale auch verdient haben“, sagte Außenverteidiger Lukas Klostermann. Tah erwartet „eine gute Mannschaft, eine spielstarke Mannschaft, die auf Ballbesitz spielt.“

Ein bisschen Wehmut ist vor dem letzten gemeinsamen Spiel dieser Mannschaft auch dabei. „Das ist ja jetzt kein Geheimnis, dass mich mit den Jungs relativ viel verbindet. Generell bin ich ein emotionaler Mensch“, sagte Kuntz, der nach dem Halbfinale die ein oder andere Träne verdrückte. „Es wäre jetzt nochmal die Krönung, den Titel zu gewinnen. Leider endet die Zeit danach, das ist schon traurig“, sagte Richter. Nur noch vier Spieler aus dem aktuellen Kader sind für die kommende U21-EM 2021 noch spielberechtigt.

Kapitän Tah hat nur noch das ganz große Ziel im Kopf, am Sonntag den Pokal in den Nachthimmel über Udine zu stemmen. „Ich will das einfach genießen, den Moment genießen“, sagte er. Trainer Kuntz will im Falle eines Titelgewinns wie schon vor zwei Jahren allein mit Rotwein und Zigarre feiern, wie er der „Bild“-Zeitung sagte. Bei seinen Spielern würde es dagegen schon etwas lebhafter zugehen. Torjäger Waldschmidt kündigte schmunzelnd an: „Ich hoffe, dass wir Sonntag wieder einen Grund haben, die Kabine auseinanderzunehmen.“

Voraussichtliche Aufstellungen:

Deutschland: Nübel (FC Schalke 04/22 Jahre/16 U21-Länderspiele) - Klostermann (RB Leipzig/23/21), Tah (Bayer Leverkusen/23/13), Baumgartl (VfB Stuttgart/23/19), Henrichs (AS Monaco/22/16) - Neuhaus (Borussia Mönchengladbach/22/16), M. Eggestein (Werder Bremen/22/15), Dahoud (Borussia Dortmund/23/21) - Öztunali (FSV Mainz 05/23/29), Waldschmidt (SC Freiburg/23/14), Amiri (TSG 1899 Hoffenheim/22/23)

Spanien: Sivera (Deportivo Alavés/22/9) - Aguirregabiria (Deportivo Alavés/23/5), Vallejo (Real Madrid/22/19), Unai Nuñez (Athletic Bilbao/22/12), Junior Firpo (Betis Sevilla/23/3) - Fabián Ruiz (SSC Neapel/23/13), Marc Roca (Espanyol Barcelona/22/6) - Dani Olmo (Dinamo Zagreb/21/9), Ceballos (Real Madrid/22/28), Fornals (West Ham United/23/16) - Oyarzabal (Real Sociedad/22/24)

Schiedsrichter: Jovanovic (Serbien)

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