Twitter: Accounts der Polizei „versehentlich“ gestört

Wer sich am Wochenende über Tweets der Polizei zu aktuellen Lagen informieren wollte, hatte im Zweifel Pech. Bei einigen der 47 Behörden war jeweils der Account gestört. Twitter hat sich nun erklärt.

16.12.2019, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hinter der vorübergehenden Störung von Twitter-Accounts mehrerer Polizeibehörden in NRW hat kein gezielter Eingriff des Unternehmens gesteckt. Twitter habe dem Innenministerium mitgeteilt, dass die Accounts „versehentlich“ vorübergehend eingeschränkt worden seien, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag auf dpa-Anfrage. Die Einschränkungen seien „nur temporär“ gewesen und allesamt behoben. Wie viele der insgesamt 47 Kreispolizeibehörden betroffen waren, könne das Ministerium nicht sagen.

Der WDR hatte am Wochenende berichtet, dass die Accounts von mindestens elf Kreispolizeibehörden seit Samstag nur sehr eingeschränkt nutzbar waren. Polizeibehörden in Großstädten wie Köln oder Dortmund waren nach eigenen Angaben nicht betroffen. Auch ein Sprecher in Düsseldorf sagte, es seien keine Einschränkungen bekannt. Diese gab es Medienberichten zufolge etwa in Mettmann, Heinsberg, Steinfurt, Höxter, Herford, sowie in den Kreisen Neuss, Minden-Lübbecke, Rhein-Erft oder im Märkischen Kreis.

Statt Tweets zu sehen, stießen Nutzer dort vorübergehend auf einen Warnhinweis über „einige verdächtige Aktivitäten“. Nur wer trotzdem „Profil anzeigen“ anklickte, konnte die Tweets lesen. Die Polizei nutzt soziale Medien wie Facebook und Twitter auch zunehmend, um vor Gefahrenlagen zu warnen. Der Fall müsse Anlass sein, um über die Macht der Betreiber Sozialer Medien zu diskutieren, zitierte der WDR einen Kriminologen der Hochschule der Polizei in Brandenburg.

Das Innenministerium betonte, die Polizei informiere und warne auf zahlreichen Wegen, Twitter sei lediglich ein zusätzlicher Kanal. In wichtigen Fällen wendeten sich die Behörden an Radiosender oder andere Medien: „Das hat ja auch in Zeiten vor Social Media geklappt.“ Bei Notfällen warne die Polizei vor Ort per Lautsprecher.

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) hatte zuvor Gerüchte über Wartungsarbeiten als Grund für die Störungen zurückgewiesen. „An Twitter können wir nichts warten“, stellte ein LZPD-Sprecher klar.

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