Trump als Comic-Massenmörder - „Wie krank ist das?“

US-Wahlkampf

Eigentlich, sagt US-Präsident Donald Trump über sich selbst, ist er ein Guter. Sein eigenes Wahlkampfteam hat ihn nun jedoch anders in Szene gesetzt. In einem Video tritt er als Comic-Figur an.

Washington, DC

12.12.2019, 12:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trump als Comic-Massenmörder - „Wie krank ist das?“

Donald Trump ist wütend. © dpa

Die Anhänger von US-Präsident Donald Trump feiern einen kurzen Video-Clip, den das Wahlkampfteam des Politikers auf Twitter veröffentlicht hat. Das Filmchen zeigt Trump als „Thanos“ - ein Comic-Bösewicht aus der Marvel-Welt - in einer Szene aus „Avengers“.

Er fegt darin die drei Spitzen-Demokraten, die ihm im Impeachmentverfahren am meisten zusetzen per Fingerstreich weg - Nancy Pelosi, Adam Schiff und Jerry Nadler. „Ich bin unvermeidlich“, raunt Trump-“Thanos“ dazu.

„Thanos“-Erfinder erschüttert

Im Tweet steht als Kommentierung, die Demokraten könnten im Repräsentantenhaus ihr „Heuchelei-Impeachment“ vorantreiben wie sie wollen - die Wiederwahl von Präsident Trump sei jedoch nicht aufzuhalten. Die Marvel-Gemeinde schmunzelt, denn der Originalszene des Films folgt die endgültige Niederlage von Thanos.

Auch der Erfinder der Figur, der Künstler Jim Starlin, ist verwundert - allerdings aus anderen Gründen. Thanos löschte mit einem Fingerschnippen die Hälfte aller Lebewesen aus. Starlin äußert sich auf Instagram: Der Anführer der USA genieße es offenbar tatsächlich, „sich mit einem Massenmörder zu vergleichen. Wie krank ist das?“

In der analogen Welt: Impeachment-Verfahren schreitet voran

Auch im wahren Leben ziehen US-Präsident Donald Trump und seine republikanischen Verbündeten seit Wochen alle Register, um das erwartete Amtsenthebungsverfahren zu bagatellisieren.

In der praktisch sicheren Gewissheit, dass der republikanisch beherrschte Senat einen Freispruch fällen wird, haben sie sich geradezu lustig über die bisherigen Prozeduren gemacht, Trump nannte sie sogar langweilig - ein krasser Gegensatz zu Richard Nixon und Bill Clinton, die seinerzeit die Perspektive eines Impeachments als ernste Bedrohung für ihre Präsidentschaft behandelten.

Der Justizausschuss im US-Repräsentantenhaus hat erste Schritte zu einem Votum über die konkreten Anklagepunkte für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump unternommen. Demokraten und Republikaner in dem Gremium legten am Mittwochabend (Ortszeit) im Rahmen einer zweitägigen Sitzung letzte Argumente vor, die aus ihrer Sicht für oder gegen das sogenannte Impeachment gegen Trump sprechen.

RND/cle

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