Trotz schlechter Taxiversorgung sieht die Ratsmehrheit keinen städtischen Handlungsbedarf

Taxi-Versorgung

Den Bericht „Willkommen in der Provinz: Darum ist es in Selm so schwierig, ein Taxi zu bekommen“ haben alle Fraktionen im Rat zitiert. Der Antrag, etwas zu verändern, fiel trotzdem durch.

Selm

, 13.10.2018, 06:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Von einem „echten Notstand bei uns in Selm“ hat am Donnerstagabend Maria Lipke (UWG) gesprochen. Sie meint die Taxi-Versorgung. Dass es abends ab 19 Uhr nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist, ein Taxi besteigen zu wollen, hatte auch unsere Reporterin festgestellt: „Ohne Voranmeldung läuft da nichts.“

Aber mit schon, wie Bürgermeister Mario Löhr in der Ratssitzung - ebenfalls mit Verweis auf die Berichterstattung - sagte. Es sei also falsch, den Eindruck erwecken zu wollen, „dass es bei uns keine Taxi-Versorgung gibt“.

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Dass es in Selm anders als in größeren Städten keine Schlange wartender Taxen gibt, in die Fahrgäste jederzeit hineinspringen können zu jeder Tages- und Nachtzeit, „hat der Markt so geregelt“, so Dieter Kleinwächter: ein Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Da solle sich die Stadt besser nicht einmischen, zumal sie dafür auch gar nicht die finanziellen Mittel habe. „Jeder Bürger kann sich an die eigene Nase fassen, dass wir diese Situation bekommen haben“, meinte auch Thomas Orlowski (SPD), der selbst „bis 22 Uhr aber immer noch ein Taxi bekommen hat“.

Bei Notfällen aufgeschmissen

Marion Küpper von den Grünen begrüßte indes den Antrag der UWG an die Verwaltung, „für eine Taxi-Versorgung in Selm zu sorgen“. Gerade Patienten, die eine Notdienstapotheke aufsuchen müssten, seien ohne verlässliches Taxi-Angebot auch in den Abendstunden aufgeschmissen.

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Die UWG könne ja im Kreistag einen entsprechenden Antrag stellen. Der sei auch zuständig, meinte Werner Sell (Die Linke). Das halten Maria Lipke und ihre politischen Freunde von der Unabhängigen Wählergemeinschaft aber für aussichtslos. „Wenn die Stadt Selm dahinter steht, ist das gleich etwas anderes.“ Diesen Beschluss bekam die UWG aber nicht - auch dann nicht, als sie ihren Antrag umformulierte: Statt „die Verwaltung soll für eine Taxi-Versorgung sorgen“, stand da jetzt „soll prüfen“, wie sich die Situation verbessern lasse.

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