Trockenheit lässt Wasserstand immer tiefer sinken - Angler geben Entwarnung

dzCappenberger See

Ein heißer, trockener Sommer und auch im Herbst bisher kaum Regen. Am Cappenberger See sind die Folgen des extremen Wetters inzwischen unübersehbar.

Nordlünen

, 06.11.2018, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spaziergänger sehen sich mit ganz neuen Eindrücken konfrontiert. Konnte man sonst vom Uferweg quasi ins Wasser springen, zumindest theoretisch, beträgt der Abstand an manchen Stellen jetzt mehrere Meter. An die von einer Mauer umfasste kleine Halbinsel mit der Minikirche reicht das Wasser gar nicht mehr heran.

Kleiner Teich besonders betroffen

Am deutlichsten wirkt sich die Trockenheit aber an dem kleinen Nebenteich zwischen See und Parkplatz aus. Der Teich ist inzwischen vom Zufluss aus dem See abgeschnitten, der Wasserstand fällt dort immer weiter. Wo sich der Holzsteg befindet, ist das Gewässer bereits ausgetrocknet. Steht den Fischen ein qualvoller Tod bevor oder müssen sie vorher herausgefischt werden?

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Wassermangel im Cappenberger See

Im Cappenberger See fällt der Wasserstand. Das ist unübersehbar, wie unsere Bilder zeigen.
06.11.2018
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Im Cappenberger See ist der Wasserstand deutlich gesunken. An den Ufern, wo wie hier die Steine freiliegen, ist das deutlich zu erkennen.© Peter Fiedler
Über die Treppenstufen an der nördlichen Seite fließt normalerweise Seewasser, das von einer Umwälzpumpe bewegt wird. Die Stadt hat Pumpe abgeschaltet.© Peter Fiedler
Normalerweise ist die kleine Halbinsel mit der Kirche von Wasser umgeben. Jetzt sitzt sie auf dem Trockenen.© Peter Fiedler
Der kleine Nebenteich des Cappenberger Sees ist vom Wasserzufluss abgeschnitten. Der Wasserstand sinkt von Tag zu Tag.© Peter Fiedler
Den Steg bräuchte es momentan nicht, um diesen "Wasserlauf" zu überqueren. Man könnte auch trockenen Fußes hindurchgehen.
Wassermangel im Nebenteich, hier mit Blick auf den Eingang des Freibades.© Peter Fiedler

„Nein, dort befinden sich jetzt gar keine Fische“, sagt Kai-Oliver Zürtz, 1. Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) „Gute Hoffnung“. Der kleine Nebenteich werde nur benutzt, um dort Jungfische auszusetzen, im Zufluss zum großen See gebe es ein Gitter.

Zwei Wasserproben pro Woche

Auch um den Fischbestand im großen See machen sich die Angler noch keine Sorgen. „Wir nehmen zweimal pro Woche Proben, die Wasserqualität ist gut“, erläutert Zürtz. Auch gebe es bislang noch keinerlei Einschränkungen für Angler. Ob Hecht, Karpfen, Aal oder Rotauge: Zahlreiche Arten tummeln sich nach Angaben des ASV-Vorsitzenden im See.

Mit maximal zwei Metern ist der See allerdings nicht allzu tief. Sollte die Trockenheit weiter anhalten und dann irgendwann der See zufrieren, dann könnte es für die Fische tatsächlich eng werden, erläutert Zürtz. Der ASV „Gute Hoffnung“ hat das Gewässer gepachtet, der See gehört der Stadt Lünen. „Mit der Stadt stehen wir Kontakt“, so Zürtz.

Sauerstoffgehalt reicht bisher aus

Die Stadt teilte am Dienstag auf Anfrage mit, sie beobachte die Lage sehr aufmerksam, weil der Wasserstand „in der Tat sehr niedrig ist“. Das liege neben dem fehlenden Regen auch an der großen Verdunstungsfläche des Sees. Gefahren für die Tier- und Pflanzenwelt sehe die Stadt momentan noch nicht, so ihr Sprecher Benedikt Spangardt. Nach den von den Anglern des ASV übermittelten Daten habe der Sauerstoffgehalt bei den Messungen ab Ende Juli bis heute zwischen 6,3 und 8,9 Milligramm/Liter geschwankt. Erst ab 3 mg/l abwärts werde es kritisch für die Fische.

Weitere Teiche mit Niedrigständen

Das an verschiedenen Uferbereichen angepflanzte Schilf trage dazu bei, den Sauerstoffgehalt stabil zu halten. Schilf binde im Wasser gelöste Nährstoffe, entziehe dadurch Algen, Bakterien und Mikroorganismen die Nahrungsgrundlage und „reduziert damit sauerstoffzehrende Abbauprozesse“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Die Färbung und Trübung des Wassers im Cappenberger See, auf die Bürger aufmerksam gemacht hätten, trete jedes Jahr zeitweise auf.

Die Teiche im Südpark in Lünen-Süd und im Nordpark in Brambauer verzeichneten ebenfalls sehr niedrige Wasserstände. Schäden gebe es dort aber bisher keine, erklärt die Stadt.

Trockenheit lässt Wasserstand immer tiefer sinken - Angler geben Entwarnung

Der Horstmarer See wird aus dem Datteln-Hamm-Kanal gespeist. Daher gibt es dort laut Stadt keine Probleme. © Foto: Goldstein

Den Horstmarer See sieht die Stadt hingegen nicht als problematisch an, weil er aus dem Datteln-Hamm-Kanal gespeist werde und das Durchlassbauwerk bei Bedarf geöffnet werden könne.

Zu den Gewässern rund um Schloss Schwansbell erklärt die Stadt, sie gehörten ihr nicht und deshalb lägen dazu auch keine Informationen vor.

So entstand der Cappenberger See
  • Der Cappenberger See ist beim Bau der Bahnstrecke Lünen-Münster entstanden.
  • Die Böden für den Bahndamm wurden auf dem Gelände des heutigen Sees entnommen.
  • Die Bahnstrecke ging 1928 in Betrieb.
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