Trockenheit: Milchbauern befürchten Zunahme des Höfesterbens

Die Dürre war für Landwirte 2018 eine große Belastung. In diesem Jahr ist schon wieder Trockenheit angesagt, die Bauern müssen erneut teuer zufüttern. Das könnte auch für eigentlich gesunde Betriebe das Aus bringen, befürchtet der Branchenverband.

10.07.2019, 15:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trockenheit: Milchbauern befürchten Zunahme des Höfesterbens

Kühe eines Milchbauern fressen das Futter im Stall. Foto: Roland Weihrauch/Archivbild

Nach dem Dürrejahr 2018 setzt die anhaltende Trockenheit die Milchbauern in NRW weiter unter Druck. „Das Futter für die Kühe ist schon wieder knapp. Wenn das so weiter geht, könnte das Höfesterben deutlich zunehmen“, sagte der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Rudolf Schmidt, am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Mechernich. Früher hätten Betriebe geschlossen, weil sie keinen Nachfolger gefunden haben. „Jetzt kann es auch Höfe treffen, die eigentlich noch voll im Saft stehen“, sagte Schmidt.

Der jetzige Preis von 32 bis 33 Cent pro Kilogramm Milch reiche nicht aus, um die Mehrkosten vor allem für Futterzukäufe auszugleichen. „Wir brauchen 36 bis 38 Cent.“ Die Milchbauern klagen außerdem über zusätzliche baurechtliche Auflagen und Vorschriften etwa zu Düngemitteln, die ihre Kosten weiter hochtrieben.

Nach Daten des Statistischen Landesamtes ist die Zahl der Milchkuhhalter in NRW bis zum Mai im Jahresvergleich um 4,1 Prozent auf 5463 gesunken.

Auf die extreme Dürre 2018 hätten viele Milchbauern damit reagiert, dass sie Schlachtungen vorgezogen und ihren Viehbestand verkleinert hätten. „Nicht so leistungsstarke Tiere sind eher in die Schlachtung gegeben worden“, erläuterte der Sprecher der Landesvereinigung, Frank Maurer. Aktuell könne wieder nur relativ wenig Futter geerntet werden. Das könnte wieder Zukäufe nötig machen.

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