Trauriger Jahreswechsel: Manfred Stachs Ehefrau soll nach Kuba abgeschoben werden

dzHochzeit im August

Als der im Internet bestellte Brautstrauß nicht rechtzeitig ankam, dachte Manfred Stach nicht an ein schlechtes Omen. Doch nun soll seine Frau in ihre Heimat Kuba abgeschoben werden.

Nordlünen

, 31.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war kein schönes Weihnachtsfest für Manfred und Yaumara Stach. Denn kurz vor dem Fest kam Post. Die Kubanerin muss Deutschland verlassen, soll zurück in ihre Heimat. „Wir werden dagegen klagen“, sagt Manfred Stach.

Zwei Wochen betrug die schriftlich angekündigte Frist. In diesen Tagen soll die 44-Jährige wieder in ihre Heimat fliegen. Dort könnte sie dann ein Visum für Deutschland beantragen. Das Problem: Dem Ehepaar fehlt das Geld für den Flug und auch für einen Rückflug nach Deutschland.

„Meine Frau trägt meinen Namen, wir haben am 12. August im Lüner Rathaus geheiratet“, so Manfred Stach. Ohne Brautstrauß, denn die im Internet bestellten Blumen waren „in der Mülltonne“ zugestellt worden. Offenbar kein gutes Omen.

Heute versteht der 60-Jährige die Welt nicht mehr. Denn auf Kuba könne seine Frau nicht leben, sie habe dort keine Arbeit mehr und selbst wenn sie einen Job finden würde, würde sie nur wenig verdienen.

Im Urlaub auf Kuba kennengelernt

Kennengelernt haben sich die beiden auf Kuba, als Stach auf der Karibikinsel Urlaub machte und Yaumara im Hotel arbeitete. Sie verliebten sich und Yaumara kam am 6. Mai zu ihrem Freund nach Deutschland. „Ich habe sie dann überzeugt, dass sie hier bleibt, sie hat ja auch auf Kuba nichts mehr.“ Am 12. August wurde dann geheiratet. Im 14. Stock des Lüner Rathauses - mit Dolmetscherin, damit Yaumara auch alles verstand. Seitdem heißt sie Stach.

„Ich musste damals unterschreiben, dass sie nach drei Monaten wieder in ihre Heimat zurückkehrt. Aber wir sind doch inzwischen verheiratet“, ist Stach ratlos. Auch der eingeschaltete Rechtsanwalt sehe keine große Chance, dass Yaumara Stach problemlos in Deutschland bleiben kann.

„Wenn ich den Flug nicht selber bezahle, bekommen wir eine zweijährige Sperre, wo eine Familienzusammenführung nicht möglich ist.“

Krankenkassen-Karte bis 2024 gültig

Yaumara Stach lernt mittlerweile Deutsch, hat auch schon eine mündliche Prüfung bestanden. Das Ergebnis des schriftlichen Tests steht noch aus. Ihre Krankenkassen-Karte sei bis 2024 gültig, aber die Ausländerbehörde bestehe darauf, dass die Kubanerin erst einmal in ihre Heimat zurückkehrt.

„Ich habe privat mit Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns gesprochen, der aber sagte, er könne auch nichts tun“, so Stach. Sowohl er als auch seine Frau seien durch die drohende Abschiebung psychisch stark belastet. „Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.“

Die Stadt Lünen erklärt auf Anfrage, man werde zu dem Fall nichts mehr sagen. Die rechtlichen Möglichkeiten seien ausgeschöpft.

Nun hoffen Manfred und Yaumara Stach, dass ein Gericht für sie entscheidet und dafür, dass die gebürtige Kubanerin bei ihrem Mann in Lünen bleiben darf.

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