Tokarczuk: Weiß nicht, wo ich beim Anruf aus Stockholm war

Die neue polnische Literaturnobelpreisträgerin weiß nicht mehr, wo genau sie der Anruf aus Schweden erreicht hat. „Wir waren am Mittag irgendwo zwischen Berlin und Bielefeld auf der Autobahn“, sagte Olga Tokarczuk am Abend vor einer Lesung aus ihrem neuen Buch „Die Jakobsbücher“ in Ostwestfalen. Ihr Blutdruck sei plötzlich sehr hoch gewesen und sie hätten irgendwo auf einem Rastplatz anhalten müssen. „Keine Ahnung, wo das war.“

10.10.2019, 19:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tokarczuk: Weiß nicht, wo ich beim Anruf aus Stockholm war

Die polnische Autorin Olga Tokarczuk spricht bei einer Pressekonferenz. . Foto: Friso Gentsch/dpa

Sie habe diese Auszeichnung nicht erwartet, auch „wenn ich wusste, dass ich auf der Liste der Kandidaten stand“, sagte die 57-Jährige. Aber es sei etwas anderes, auf so einer Liste zu stehen und dann tatsächlich den Preis auch zu bekommen. „Die Menschen in Polen haben aber sehr auf diesen Augenblick gewartet. Alles wird anders sein“, sagte Tokarczuk auf die Frage, was der Nobelpreis bewirken werde. „Aber ich fühle das gerade noch nicht.“ Jetzt mache sie ihren Job und werde jetzt aus ihrem neuen Buch vorlesen.

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) hatte die neue Nobelpreisträgerin gegen 18 Uhr mit Amtskette vor der Stadtbibliothek begrüßt. Bereits 2004 und 2011 hatte Tokarczuk in Bielefeld aus ihren Bücher gelesen. Clausen bezeichnete die Mitarbeiter der Bibliothek als große Experten, weil sie die Schriftstellerin genau am Tag der Preisvergabe nach Bielefeld eingeladen haben.

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