Tödlicher Unfall auf dem Lidl-Parkplatz: Staatsanwalt ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

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Im Einkaufsverkehr starb Samstagvormittag eine Frau. Ist jemand daran schuld, hätte man die Tragödie verhindern können? Fragen, die jetzt Experten beantworten sollen.

Schwerte

, 16.12.2019, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch steht das Gutachten des Unfallsachverständigen aus, aber die Polizei hat die Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall am Samstagvormittag schon der Staatsanwaltschaft übergeben. Die muss nun entscheiden, ob es zu einem Verfahren vor Gericht kommt. Fest steht, dass der Lkw-Fahrer, ein 38-jähriger Hagener, nicht im Lieferverkehr den engen Parkplatz des Lidl-Marktes ansteuerte. Das sei aber erlaubt, auch mit der Zugmaschine könne man einkaufen gehen oder den Parkplatz zum Brötchenholen oder Kaffeetrinken ansteuern. Fest steht wohl auch, dass der Fahrer wie vorgeschrieben nach rechts, also stadtauswärts fahren wollte.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

„Wir ermitteln wegen fahrlässiger Tötung“, erklärte der für die Presse zuständige Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli am Montag auf Anfrage. Dieser Tatbestand bedeute, dass jemand einen Fehler gemacht habe und dadurch jemand zu Schaden gekommen sei, ohne dass er den Tod in Kauf genommen habe. Das sei aber bislang alles, was man zu dem Fall sagen könne.

Unübersichtliche Verkehrssituation

Der schreckliche Unfall war am Montag bei vielen Schwertern immer noch Thema, denn die Verkehrssituation an der Parkplatzausfahrt des Lidl-Marktes ist unübersichtlich. Wer mit seinem Fahrzeug den Parkplatz verlassen will, muss nicht nur über den Bürgersteig, sondern auch über den Radweg. Der soll zwar nur in Fahrtrichtung genutzt werden, doch die Schilder und Markierungen werden von vielen Radfahrern ignoriert. Zudem ist die Schützenstraße in diesem Bereich dicht befahren.

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Die Lücken entstehen nur durch die Ampelphasen an der Einmündung.

Dennoch galt diese Stelle bislang nicht als sogenannte Unfallhäufungsstelle. Das sind Orte an denen es fünf Unfälle mit Verletzten oder hohem Sachschaden oder einem Todesfall gab. Nach diesem Wochenende wird sich die Unfallkommission, in der Vertreter des Landes, der Stadt, der Polizei und des Kreises Unna vertreten sind, auch mit dieser Einmündung befassen.

500 Meter entfernt liegt eine Unfallhäufungsstelle

Bislang stand nur die weiter im Osten gelegene Ausfahrt vom Parkplatz des Toom-Baumarktes auf der Tagesordnung der Experten. Hier gibt es zwar eine Ampel, aber zusätzlich noch die Paul-Hoffmann-Straße, die von der anderen Seite auf die Schützenstraße einmündet.

Die Unfallkommission erarbeitet Lösungen, um gefährliche Straßensituationen zu entschärfen. So beschloss man zum Beispiel auf Höhe der Autobahnausfahrt Ergste das Tempo auf der Ruhrtalstraße auf 50 km/h herabzusetzen. Seitdem kommt es dort kaum noch zu schweren Unfällen.

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