Tödlicher Brand in FKK-Club: 43-Jähriger will sich vor Gericht nicht erinnern

dzLandgericht Duisburg

Ein Familienvater (43) soll in einem FKK-Saunaclub in Hamminkeln ein tödliches Feuer gelegt haben. Angeblich war er mit der Leistung der Damen bei einem Junggesellenabschied nicht zufrieden.

von Jonathan Löckenhoff

Duisburg, Hamminkeln

, 05.02.2020, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieser Junggesellenabschied endete in einem Albtraum. Erst wurde sich vergnügt, jetzt steht einer der Männer in Duisburg vor Gericht. Der Vorwurf: Mord.

Es war die Nacht auf den 14. Juli 2019, als das Drama begann. Der 43-Jahre alte Angeklagte war mit Freunden und Familie unterwegs, um den Junggesellenabschied seines Schwagers zu feiern.

Die Stimmung kippte

Nachdem zunächst auf einer Schiffsrundfahrt schon ordentlich Alkohol floss, sollte später in einem FKK-Saunaclub im niederrheinischen Hamminkeln weitergefeiert werden. Dort nahm das Drama dann seinen schrecklichen Lauf.

Wie es heißt, soll der Familienvater aus Voerde mit den Dienstleistungen der Frauen (angeblich waren es drei) unzufrieden gewesen sein. Bei der Bezahlung kam es dann offenbar zum Streit. Auch als die Junggesellen-Truppe das Rotlicht-Etablissement verlassen hatte, war der Ärger des 43-Jährigen wohl noch nicht vorbei. Er soll nur kurze Zeit später zurückgekehrt und durch ein Fenster in das Gebäude eingestiegen sein. Genau an dieser Stelle soll das Feuer ausgebrochen sein.

Ein Kunde des Clubs stirbt

Besonders tragisch: Neben einem gewaltigen Schaden in sechsstelliger Höhe kam auch ein 64-jähriger Mann in den Flammen ums Leben. Ein Feuerwehrmann berichtete im Prozess, dass er noch versucht habe, das Opfer zu reanimieren. Für den Holländer kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Tod vieler Menschen in Kauf genommen zu haben. Das Feuer sei völlig außer Kontrolle geraten. Auch für die Feuerwehr war es schwer, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. „Der Rauch war so dicht, dass man nur wenige Zentimeter weit sehen konnte“, hatte einer Brandbekämpfer den Richtern erklärt.

Keine Erinnerung mehr?

Der Angeklagte selbst will so viel getrunken haben, dass er sich nicht mehr an den Saunaclubbesuch erinnern kann. Laut eigener Aussage wisse er noch, dass man sich in einer Kneipe aufgehalten haben. Danach würde die Erinnerung immer weiter verschwinden und schließlich völlig aussetzen.

Als er am nächsten Morgen aufgewacht ist, habe seine Frau ihm gesagt: „Der Club, in dem ihr gestern wart, ist abgebrannt“. Doch auch da habe er keine böse Vorahnung gehabt. Der gelernte KFZ-Mechatroniker wurde schließlich vier Tage später festgenommen.

„Entweder Alkohol oder wir“

Er schiebt alles auf den Alkohol, der zu einem Filmriss geführt habe. Dass er zu viel trinke, wisse er schon länger. Seine Familie habe ihn sogar schon mehrmals vor die Wahl gestellt haben: „Entweder der Alkohol oder wir.“

Um das Todesdrama aufzuklären, wollen die Richter nun nicht nur die Teilnehmer des Junggesellenabschieds, sondern auch die damaligen Mitarbeiterinnen des Saunaclubs als Zeugen hören. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Vater von zwei Kindern lebenslange Haft.

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