Tödliche Attacke auf Stadtmitarbeiter in Köln: Haben zuständige Stellen versagt?

Tödliche Messerstiche

Die tödliche Attacke gegen einen Mitarbeiter der Stadt Köln hätte möglicherweise verhindert werden können. Jetzt werden immer mehr Details über den Täter bekannt – und mögliche Versäumnisse.

Köln

13.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tödliche Attacke auf Stadtmitarbeiter in Köln: Haben zuständige Stellen versagt?

In diesem Haus soll ein Mann zwei Mitarbeiter der Stadt Köln bei einem Hausbesuch mit einem Messer angegriffen und einen von ihnen tödlich verletzt haben. © picture alliance/dpa

Der Mann, der in Köln einen Mitarbeiter der Stadt erstochen haben soll, hätte vielleicht schon längst in einer geschlossenen Psychiatrie sein müssen. Die Kölner Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es in den eigenen Reihen zu Versäumnissen kam.

Am Freitag (13.12.) hatte ein offenbar kranker Mann (60) einen 47-jährigen Mitarbeiter der Kölner Kämmerei bei einem Hausbesuch im Stadtteil Dünnwald erstochen, als dieser Geld eintreiben wollte. Der mutmaßliche Täter wurde nach der Tat in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Nun sei ein Dienstaufsichtsverfahren eingeleitet worden, teilte das NRW-Justizministerium in einem am Montag veröffentlichten Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags mit. Hintergrund ist die Frage, ob der psychisch kranke mutmaßliche Täter nicht längst in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen gehört hätte.

Mit einem Messer schon nach einer Pflegerin gestochen

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hatte er nicht nur bereits im März öffentliche Bedienstete angegriffen, als die seine Wohnungstür hatten öffnen lassen. Nur gut zwei Wochen später soll der Mann außerdem in einer Psychiatrie Pfleger angegriffen und mit einem Messer nach einer Pflegerin gestochen haben. Daraufhin hatte das psychiatrische Krankenhaus bereits Ende März die Unterbringung des Mannes angeregt.

Ein Staatsanwalt habe einen Sachverständigen Ende Juni mit der dafür notwendigen Begutachtung des Mannes beauftragen wollen, aber anscheinend keine Antwort von dem Psychiater erhalten. Auf Basis des Berichts eines Betreuers sei der Mann sogar bereits Mitte April wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er werde prüfen, ob es zu Dienstpflichtverletzungen gekommen sei, kündigte der Chef der Kölner Staatsanwaltschaft an.

dpa/kar

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Mordanklage
Grausamer Tod: Obdachloser soll 33-Jährigen in seiner Wohnung zu Tode gefoltert haben
Meistgelesen