Todesursachen nach Krankheiten aufgeschlüsselt: Woran die meisten Schwerter sterben

dzStatistik

Wenn jemand gestorben ist, muss der Arzt eine Todesursache auf dem Totenschein ausfüllen. Die wertet IT.NRW aus. Wir sprachen mit Dr. Thomas W. Spahn über die Todesursachen in Schwerte.

Schwerte

, 27.12.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach wie vor ist der Herzinfarkt die Todesursache Nummer eins, sowohl in NRW, als auch in Schwerte, gefolgt von Krebserkrankungen. Mit acht Prozent aller Todesursachen folgen andere chronische Lungenkrankheiten.

Jährlich veröffentlich IT.NRW die Zahlen der Todesursachen. Doch die Angaben werden nur bis auf Kreisebene heruntergebrochen.

Ein Drittel der Menschen stirbt an Herzinfarkt und Schlaganfall

Im vergangenen Jahr starben im Kreis Unna 4.853 Menschen. Krankheiten des Kreislaufsystems waren mit rund 30 Prozent die mit Abstand häufigste Todesursache. Und zwar bei Frauen noch häufiger (31,5 Prozent) als bei Männern (29,1 Prozent). Zweithäufigste Todesursache waren mit einem Anteil von 27,3 Prozent bösartige Neubildungen (1.325 Verstorbene). „Darunter fasst man alle Krebsarten“, erklärt Privatdozent Thomas W. Spahn vom Marienkrankenhaus. Das reiche von häufigen Krebsarten, wie Darm-, Lungen-, Prostata-, und Brutkrebs bis zu relativ seltenen Erkrankungen wie Sarkomen, einer Weichteilgeschwulst.

Bei 407 dieser Todesfälle waren Krebserkrankungen der Verdauungsorgane, bei 334 Fällen Krebserkrankungen der Atmungsorgane und bei 132 Gestorbenen Krebserkrankungen der Genitalorgane, bei Männern meist Prostatakrebs, ursächlich.

Männer sterben häufiger an Krebs

Während Frauen häufiger an Herzinfarkt und Schlaganfall sterben, spielten bei Männern Krebserkrankungen als Todesursache eine größere Rolle (28,7 Prozent) als bei Frauen (26 Prozent). Dritthäufigste Todesursachen waren mit 433 bzw. 8,9 Prozent Krankheiten des Atmungssystems (ohne Neubildungen). Dazu gehören Lungenemphyseme und COPD, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. „Das sind überwiegend Folgen des Rauchens“, erklärt Spahn.

Überhaupt sei die Sterblichkeit bei den häufigen Krebsarten zurückgegangen. Das könne an verbesserter Ernährung zum Beispiel beim Darmkrebs liegen. Es könne aber auch sein, dass die Vorsorgemöglichkeiten besser greifen. Gerade der Darmkrebs, der durch Spiegelungen im Frühstadium gut erkannt werden kann, sei ein positives Beispiel.

Allerdings sei es oft auch gar nicht ganz eindeutig, was tatsächlich todesursächlich sei. So könne ein Patient, der einen metastasierenden Krebs habe, am Ende an Herzversagen sterben. Die Möglichkeiten im Totenschein sind aber begrenzt. Der Arzt könne dort dann Herz-Kreislauf oder bösartige Neubildungen eintragen.

Experte fordert mehr Obduktionen

Grundsätzlich findet Spahn, dass häufiger obduziert werden müsse. Nicht nur dann, wenn die Todesursache unklar ist. Denn aus den Obduktionen können auch die Mediziner etwas lernen. „Als ich in der Uni-Klinik gearbeitet habe, haben wir die Angehörigen routinemäßig um die Erlaubnis zur Obduktion gebeten.“ Doch die Scheu davor war groß, sodass nur wenige zustimmten.

Wenn hingegen Hausarzt oder Krankenhausarzt bei der Todesursache „unbekannt“ eintragen, dann obduziert nicht das Krankenhaus, sondern der Gerichtsmediziner.

Das durchschnittliche Todesalter im Kreis Unna lag übrigens bei 78 Jahren. Wobei Männer bereits mit 75, Frauen mit 81 Jahren starben.

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