Tod eines unschuldig Inhaftierten: Aktuelle Stunde

Ein junger Syrer wird zu Unrecht monatelang ins Gefängnis gesperrt und stirbt dort an den Folgen eines Feuers - aus Sicht der Opposition in NRW ein schwerwiegender Polizei- und Justizskandal. Sie nimmt die zuständigen Minister weiter in die Zange.

11.10.2018, 02:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Tod eines zu Unrecht ins Gefängnis gesperrten Syrers beschäftigt heute erneut den nordrhein-westfälischen Landtag. In einer von der SPD beantragten Aktuellen Stunde will die Opposition von der Landesregierung erfahren, wie es zu der tragischen Verwechslung kommen konnte. In einer Sondersitzung des Innen- und Rechtsausschusses in der vergangenen Woche waren aus ihrer Sicht zahlreiche Fragen offen geblieben.

Der 26-jährige Syrer war am 29. September, zwei Wochen nach einem Feuer in seiner Gefängniszelle in Kleve, in einer Klinik gestorben. Die Behörden hatten danach eingeräumt, dass der junge Syrer in Folge einer Verwechslung mehr als zwei Monate lang zu Unrecht im Gefängnis saß.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte in der vergangenen Woche einen schweren Fehler in seinem Verantwortungsbereich eingeräumt. Polizisten hätten es entgegen der eindeutigen Erlasslage versäumt, die Identität des 26-Jährigen näher zu überprüfen. Die Staatsanwaltschaft Kleve ermittelt gegen mehrere Polizisten der Kreispolizeibehörde Kleve wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung im Amt.

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