Tiefe Risse und eingeschlagene Fenster: Dieses Haus am Ortseingang Bork ist ein Ärgernis

dzHaus Kampmann

Eine neue Ära sollte beginnen für das seit zehn Jahren leer stehende Haus Kampmann am Borker Ortseingang. Davon ist bislang nichts zu sehen, im Gegenteil.

Bork

, 03.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auswärtige wundern sich, Borkerinnen und Borker ärgern sich - über dieses seltsame Haus am Ortseingang an der Lünener Straße: eine Giebelwand ohne Fenster und Türen, eine Frontseite, auf der die Fenster eingeschlagen oder zugemauert sind und ein Bauzaun, hinter dem schon lange keine Bauarbeiter mehr gesehen wurden.

„Schandfleck“: Das ist das Wort, das häufig fällt, wenn von der ehemaligen Gaststätte Haus Kampmann die Rede ist. Maria Lipke benutzt es auch. „Diese Baustelle ist ein echtes Ärgernis“, sagt die Borkerin weiter, die für die UWG im Stadtrat sitzt. Wie oft es dort schon Anfragen gab zu dem Thema, kann sie gar nicht mehr zählen. Geholfen hat das noch nicht.

Tiefe Risse und eingeschlagene Fenster: Dieses Haus am Ortseingang Bork ist ein Ärgernis

Haus Kampmann heißt die ehemalige Gaststätte für viele Borker noch immer. Dabei hatten die Wirtsleute Kampmann schon 1964 die Wirtschaft abgegeben und das Gasthaus wurde Ristorante. © Sylvia vom Hofe

Im August 2018 schien die Kehrtwende geschafft. Ein Baugerüst vor dem rot geklinkerten Haus schien zu verkünden, worauf die hilflosen Zeugen des Verfalls seit langem warten: Dass sich endlich etwas tut.

Vor einem Jahr schied es voran zu gehen

„Es geht jetzt voran“, hatte damals Anjelika Axenfeld aus Dortmund bestätigt. Sie ist seit rund sechs Jahren Eigentümerin der Immobilie. „Eigentlich“, sagt sie, „wollten wir schon fertig sein.“ Doch dazu habe anfangs die Genehmigung gefehlt. Denn es gab ein Problem.

Das mehr als 100 Jahre alte Haus stand zu nah an der Grundstücksgrenze zum benachbarten Gartenbaubetrieb. Anjelika Axenfeld, die in Dortmund eine ambulante Pflegestation betreibt, musste ihre Handwerker anweisen, das Haus um zwei Meter einzukürzen.

Das ist bereits 2018 erfolgt. Die neu gemauerte Giebelwand zum Nachbargrundstück - ganz ohne Fenster - und ein einsam hervorstechender Dachträger aus den Zeiten, als das Haus noch deutlich länger war, zeugen davon. Danach ist aber offenbar nicht mehr viel passiert - anders als es die Eigentümerin angekündigt hatte.

Eigentümerin wollte mit ihrer Familie möglichst schnell umziehen

Mit ihrem Mann und den beiden Kindern wolle sie möglichst schnell von Dortmund nach Bork ziehen. Das hatte sie im August 2018 gesagt. Inzwischen möchte sie sich offenbar nicht mehr öffentlich äußern: weder zu dem Objekt noch zu ihren Umzugsplänen. Telefonische und schriftliche Anfragen der vergangenen drei Wochen sind unbeantwortet geblieben.

Tiefe Risse und eingeschlagene Fenster: Dieses Haus am Ortseingang Bork ist ein Ärgernis

Das große Fenster zur Straße ist eingeschlagen. © Sylvia vom Hofe

Seit Mai 2019 steht ein hoher Bauzaun rund um das Haus: nicht von der Eigentümerin aufgestellt, sondern von der Stadt. Die Baustelle - inzwischen ist das Baugerüst wieder abgebaut - sei nicht ausreichend gesichert, hatte Stadtsprecher Malte Woesmann damals gesagt. Deshalb habe die Bauaufsicht die Absperrung veranlasst. Kann sie nicht noch mehr veranlassen?

Könnte sie, aber das würde wohl nur wenig bringen. So liest sich die Stellungnahme der Stadtverwaltung von Ende August. Die Eigentümer des Grundstücks hätten eine rechtskräftige Baugenehmigung der Stadt Selm. Die könne unter bestimmten Voraussetzungen auch wieder erlöschen - wenn wie in Bork keine Arbeit zu sehen sind.

„Das würde am Erscheinungsbild nichts ändern“

„Dies würde aber nur dazu führen, dass die Baustelle nicht weiter betrieben wird“, heißt es in der Stellungnahme. Am aktuellen Erscheinungsbild würde das „höchstwahrscheinlich nichts ändern.“

Rechtliche Instrumente, den von so vielen erhofften Baufortschritt am Ortseingang voranzutreiben, habe die Stadt nicht. „Es kann weder vorgegeben werden, wie schnell gebaut werden soll, noch dass überhaupt weiter gebaut werden soll.“ Alles liege allein in den Händen der Eigentümer.

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