Tiefbauamtsleiter Bensch geht in Rente - und macht doch weiter

dzGisbert Bensch

Gisbert Bensch (65) hatte kurz vor Weihnachten seinen letzten Arbeitstag als Tiefbauamtsleiter der Stadtverwaltung Werne. Doch ab 2. Januar 2019 macht er mit einer neuen Aufgabe weiter.

Werne

, 28.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Künftig kümmert sich der studierte Statiker um die Bauaufsicht von Tiefbauprojekten. „Ich mache das als Halbtagsjob.“ Im Stadthaus ist er dann nicht mehr anzutreffen, sondern höchstens noch auf Baustellen.

Wir treffen Gisbert Bensch an seinem allerletzten Arbeitstag als Amtsleiter, am Freitag, 21. Dezember 2018, in seinem Büro im zweiten Stock des Stadthauses Werne. Das Büro ist auf-, aber längst noch nicht ausgeräumt. „Muss ich zwischen den Feiertagen noch machen“, sagt der 65-Jährige. Dann nimmt Adrian Kersting seinen Platz und seine Funktion ein.

Bensch ist froh, dass es zu einer gut eineinhalbjährigen Einarbeitungszeit seines Nachfolgers gekommen ist. „Aber ursprünglich hätte ich mir drei Jahre gewünscht“, sagt er.

Was wünscht er sich noch?

Zum Beispiel, dass unser Konzept, wie wir verkehrsberuhigte Zonen in Wohnbereichen gestalten, weiter Bestand hat.

Was ist das Besondere daran?

Für mich hat sich der öffentliche Bereich in solchen Gebieten den privaten Grundstücken unterzuordnen. Die Straßen haben wir so gestaltet, etwa durch eine innenliegende Abwasserrinne und den weitgehenden Verzicht auf hohe Bordsteine, dass die Anlieger möglichst viel Gestaltungsspielraum haben.

Bensch stammt aus Hamm, hat von 1981 bis 1996 in Rünthe gewohnt, danach in Werne. Als er 1977 sein Studium beendet hatte, fand er trotz schwieriger Arbeitsmarktlage einen Job in einem großen Ingenieurbüro in Stuttgart. Durch private Kontakte in seine Heimatstadt Hamm trat er dort einen Job beim Brückenbau im Autobahnamt Hamm an. Wenig später bewarb er sich auf eine Ausschreibung der Stadt Werne für den Tiefbaubereich. „Seit 1. Januar 1980 habe ich dann hier gearbeitet“, sagt er.

Tiefbauamtsleiter Bensch geht in Rente - und macht doch weiter

Gisbert Bensch (65) räumt sein Büro für Nachfolger Adrian Kersting. © Jörg Heckenkamp

Was waren die bedeutendsten Projekte, an denen Sie gearbeitet haben?

Das lässt sich schwer sagen. Aber stolz bin ich darauf, dass wir in meinen allerersten Jahren in Werne für das Konzept von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Baugebiet Dornberg einen zweiten Platz bei einem Gestaltungswettbewerb geholt haben.

Und was hat Sie am meisten genervt?

Ach wissen Sie, wenn Sie so in der Öffentlichkeit stehen wie man es als Tiefbauamtsleiter tut, dann führt das tägliche Geschäft schon mal zu Reibereien. Aber etwas besonders Nervendes gab es nicht. Ich kann durch Werne gehen, ohne dass ich ständig angepflaumt werde.

Obwohl Bensch nun Rentner ist, macht er mit einem Halbtagsjob projektbezogen weiter. So kümmert er sich direkt ab 2. Januar um die Bauaufsicht zum Beispiel bei der Innenstadtsanierung am Moormannplatz. Eine Aufgabe, die ansonsten Ingenieurbüros übernehmen müssten, die aber in der aktuellen Wirtschaftslage völlig überlastet sind.

Trotz des künftigen Projektjobs haben Sie nun mehr Freizeit. Haben Sie sich etwas Besonderes vorgenommen?

Nein, ich habe mir immer gesagt, dass ich nicht bis zur Rente warten will. Ich organisiere gerne privat Reisen, etwa in die USA oder regelmäßig einmal im Jahr nach Kapstadt. Jetzt in der Rentenzeit möchte ich eher kleinere Dinge verwirklichen, wie zum Beispiel wandern gehen oder mehr meinem Haupthobby frönen, dem Fahrradfahren.


Wie sieht’s mit familiären Aspekten aus?

Wir haben zwei Söhne, zwei Schwiegertöchter und zwei Enkel. Ich halte mich für einen Familienmenschen. Aber ob ich einer bin, müssen andere entscheiden. Jedenfalls helfe ich gerne bei der Betreuung unserer Enkel.

Das Thema Radfahren will Bensch in seiner Anschlusstätigkeit integrieren. Der begeisterte Zweiradfahrer möchte mit an der Realisierung einer neuen Fahrradverbindung von Rünthe bis zur Innenstadt Werne arbeiten. Gisbert Bensch: „Das liegt mir sehr am Herzen.“

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