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Thyssenkrupp: Merkel äußert sich zu drohender Zerschlagung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich indirekt gegen eine drohende Zerschlagung des Industriekonzerns Thyssenkrupp ausgesprochen. Merkel sagte am Freitag in Berlin, sie persönlich schließe sich der Meinung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) an, der dafür werbe, dass Thyssenkrupp ein „möglichst breit aufgestelltes“ Unternehmen bleibe. Dies sei aber zum Schluss eine wirtschaftliche Entscheidung, die das Unternehmen zu treffen habe.

20.07.2018

Laschet hatte sich gegen eine mögliche Zerschlagung des Thyssenkrupp-Konzerns und gegen eine „kurzfristige Verwertung“ ausgesprochen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte, er verfolge die Entwicklungen bei ThyssenKrupp mit „gewisser Sorge“. Klar sei, dass Unternehmen eine soziale Verantwortung hätten. „Dieses Grundprinzip der sozialen Marktwirtschaft war beim Unternehmen ThyssenKrupp immer in besonderer Weise ausgeprägt. Soziale Verantwortung darf nicht den kurzfristigen Investoreninteressen am Börsenwert geopfert werden.“

Bei den anstehenden Gesprächen im Unternehmen müssten die Sicherheit der Arbeitsplätze und die Zukunftschancen der Beschäftigten im Mittelpunkt stehen, sagte Heil. „Diese sind in einem integrierten Konzern am ehesten gewährleistet. Selten hat eine Zerschlagung von Konzernen zur Zukunftsfähigkeit der einzelnen Teile beigetragen.“

Zuvor hatte unter anderem der Betriebsrat vor einer Zerschlagung des Unternehmens durch Finanzinvestoren gewarnt. Druck hatte vor allem der schwedische Investor Cevian aufgebaut, dem die Umbaubemühungen von Thyssenkrupp nicht weit genug gingen. Unter diesem Druck war am Montag Aufsichtsratschef Ulrich Lehner zurückgetreten und hatte das Dax-Unternehmen noch weiter in die Führungskrise gestürzt. Zuvor war bereits Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger gegangen.

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