Thiam über Tönnies-Aussagen: „Halbherzige Entschuldigung“

Der ehemalige Fußball-Profi Pablo Thiam hat die Entschuldigung des Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies für dessen Aussagen über Afrikaner als „halbherzig“ bezeichnet. „Er sollte es nicht bei allgemeinen Floskeln belassen, sondern sich bei denen entschuldigen, die er durch seine Aussagen beleidigt hat“, sagte der Integrationsbeauftragte des Bundesligisten VfL Wolfsburg der Tageszeitung „Die Welt“.

06.08.2019, 09:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thiam über Tönnies-Aussagen: „Halbherzige Entschuldigung“

Clemens Tönnies, Aufsichtsratschef von Schalke 04. Foto: Ina Fassbender/Archivbild

Was Tönnies gesagt habe, „konterkariert die Arbeit von vielen Menschen, die versuchen miteinander ins Gespräch zu kommen, und die sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen“, meinte der 45-Jährige, der auch Leiter der Nachwuchsabteilung in Wolfsburg ist.

Fleisch-Unternehmer Tönnies hatte in der Vorwoche beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren“, hatte er gesagt. Für die Äußerungen hatte er sich später entschuldigt, war aber von zahlreichen Vertretern aus Politik und Sport kritisiert worden.

„Wir haben doch sowieso schon eine recht explosive Stimmung im Land, und da sollte ein Mensch wie Clemens Tönnies, der in so einer verantwortungsvollen Position ist, sich doch vorher überlegen, was er sagt“, kritisierte der aus Guinea stammende und in Deutschland aufgewachsene Thiam.

Der 63-jährige Tönnies muss an diesem Dienstag dem Schalker Ehrenrat Rede und Antwort stehen. Mögliche Sanktionen reichen laut Anja Kleine-Wilde, Leiterin der Schalker Unternehmenskommunikation, von einer Verwarnung, einem Verweis bis zur Enthebung aus Vereinsämtern auf Zeit und Dauer.

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