Thema der Mahn- und Gedenkfeier am 9. November ist gerade jetzt besonders aktuell

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Die Verbrechen des Nationalsozialismus sind lange vorbei und die Erinnerung daran wird überflüssig? Das sehen die Veranstalter der Mahn- und Gedenkfeier am 9. November (Samstag) ganz anders.

Schwerte

, 28.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Thema der Mahn- und Gedenkfeier am 9. November ist gerade jetzt besonders aktuell

Der Gedenkstein an der Gedenkstätte für die ehemalige Synagoge Schwerte. © Foto: Manuela Schwerte

Das Gedenken für die Opfer des Nationalsozialismus drohte vor Jahren zu Folkloreveranstaltungen zu werden. Kaum beachtet legten Politiker Kränze nieder und hielten Reden mit schönen Worten.

Das hat sich geändert. „Unser Gedenken mischt sich mit Empörung, weil wir wahrnehmen, dass Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Fremdenhass sich offen und manchmal sogar unwidersprochen ereignen in unserem Land!“, schreibt Pfarrer Fritz-Günter Held in seiner Einladung zur Mahn- und Gedenkfeier am 9. November um 19 Uhr an der ehemaligen Synagoge, Große Marktstraße, zu der die Schwerter Friedensinitiative, Pax Christi, Oekumene-Arbeit und der Schwerter Bündnis „Gegen Rechts“ aufrufen. Anschließend wird die Feier fortgesetzt im St. Viktor-Zentrum, Große Marktstraße 2, mit Musik, Ansprachen und Theaterszenen.

Immer weniger Zeitzeugen

Die Gedenkfeier schlägt die Brücke von den Verbrechen der Vergangenheit bis zu den Entwicklungen rassistischer Hetze der Gegenwart. Fritz-Günter Held schreibt: „In Schwerte wurden am 9. November 1938 Nachbarn von Nazis systematisch terrorisiert. Die renovierte Synagoge in der Großen Marktstraße wurde gestürmt, die Thora-Rollen in den Schmutz geworfen und im Inneren Feuer gelegt. Ein damaliger Schüler berichtete, wie er mit seinem Freund am Morgen nach der Pogromnacht von der nahen Bismarckschule zur Synagoge gegangen ist. Er hat erzählt von den verkohlten Resten im Inneren, die offensichtlich noch rechtzeitig gelöscht wurden, bevor die Synagoge in Flammen aufging und wie die Nachbarhäuser aus Fachwerk in einer Feuersbrunst zerstört worden wären.“

Der Siebenarmige Leuchter in St. Viktor wurde aus einem umgestürzten Türpfosten der zerstörten Schwerter Synagoge gemacht und erinnert noch heute an ein Stück schrecklicher Geschichte in Schwerte.

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