Theaterstück, Ausstellung und Vortrag zum Ende des 1. Weltkriegs in Schwerte

Theater am Fluss

Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Schwerte ist gut dokumentiert. Doch auch über den Ersten. Weltkrieg gibt es Fotos und Dokumente. Die präsentiert jetzt ein Theater.

Schwerte

, 08.11.2018, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Theaterstück, Ausstellung und Vortrag zum Ende des 1. Weltkriegs in Schwerte

Am vergangenen Wochenende wurde die Ausstellung bereits aufgebaut. Roman Vennemeyer, Organisator der Ausstellung (r.) wird von Hauptdarsteller Michael Rotthowe und Regieassistentin Katharina Hülsmann tatkräftig unterstützt. © TaF

Das Ende des Ersten Weltkriegs jährt sich am Wochenende 10./11. November 2018 zum 100. Mal. Das Theater am Fluss nimmt das zum Anlass, das Stück „Jonny zieht in den Krieg“ wieder aufzuführen. Dazu können die Zuschauer einen Vortrag von Daniel Samaga über den Krieg in Schwerte hören und eine Ausstellung von Roman Vennemeyer mit Bildern aus dieser Zeit sehen.

Heimatgrüße der Gemeinden

Daniel Samaga stellt seinen Vortrag unter das Thema: „Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Heimatgrüße der beiden evangelischen Gemeinden Schwerte“. In der Tat waren es nicht nur Feldpostbriefe, die den Kontakt zwischen Front und Heimat aufrechterhalten haben. Auch zahlreiche Firmen, Vereine und andere Organisationen versendeten eigens produzierte Zeitungen, Zeitschriften und Flugblätter an Mitarbeiter und Mitglieder im Krieg.

Schwerter Grüße sind in Berlin archiviert

Darunter auch die Schwerter evangelischen Gemeinden, die von April 1915 bis zum Ende des Krieges sonntäglich die sogenannten „Heimatgrüße“ an die Front sandten, und mit denen „immer ein Stücklein vom lieben alten Schwerte ins Feld kommt“Zunächst hatte man einfach den Gemeindebrief an die Front versandt. Doch schon im April 1915 wurden daraus ein eigenständiges Produkt, die Heimatgrüße. .„Meist handelte es sich um Berichte aus dem Gemeindeleben“, erklärt Samara. Aber es gab auch einen Teil, in dem es um Beförderungen oder auch Gefallene Schwerter Soldaten ging. Der wurde dann auch in der Gemeinde in Schwerte veröffentlicht. Es gab sogar einen Schwerter, der nur über diesen Weg vom Tod seines Bruders erfahren hat. Die Heimatgrüße sind übrigens in der Stadtbibliothek Berlin archiviert. Dort durfte Samara sie für seine Masterarbeit fotografieren.

Band zwischen Front und Heimat

Samaga: „Ich möchte aufzeigen, welches Bild diese ‚Heimatgrüße‘ von Schwerte zeichnen und zugleich darstellen, wie sie dazu genutzt wurden, ein ‚inniges Band‘ zwischen Front und Heimat über die gesamte Kriegsdauer zu knüpfen und aufrechtzuerhalten.“

Auch als der Krieg immer bedrückender und die Begeisterung in der Heimat wegen der Versorgungsknappheit stark nachließ, bleiben die Gemeinden bei ihrer nationalistischen Begeisterung. Noch in der letzten Ausgabe erklärte man den Soldaten an der Front: „Ihr habt nicht versagt.“ Und auch die Heimatgemeinde habe stets fest hinter ihnen gestanden.

Lokale Zeitungsartikel über den Krieg

In diesem Themenkreis bewegt sich auch Roman Vennemeyer, der zusammen mit Katharina Hülsmann zahlreiches Material zusammengetragen hat. Darunter finden sich insbesondere lokale Zeitungsartikel, die in den Kontext der historischen Ereignisse eingebettet werden.

Vennemeyer: „Nach mittlerweile 70 Jahren Frieden in Deutschland kennt die heutige junge Generation den Krieg im eigenen Land nur abstrakt. Ich will für sie die Frage stellen und beantworten: ‚Was macht ein Krieg mit meiner Heimat?‘ Vollständig wird dann dieses Bild, wenn aus dem Zweiten Weltkrieg einige Aufnahmen hinzukommen, die die wahre Zerstörung einer Stadt im Krieg zeigen.“

„Jonny zieht in den Krieg“ ist am 9. , 10. , 11. und 13. November jeweils um 19.30 Uhr im Theater am Fluss (Halle IV der Rohrmeisterei), Ruhrstraße 20, u sehen. Karten gibt es für 10 Euro an der Abendkasse (erm. 5 Euro).
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