Test in Unna zeigt: Sprudelnder Genuss muss nicht teuer sein

dzTrinkwasser

Leitungswasser ist die billige und eine genauso gesunde Alternative zum Sprudel in Flaschen. Ein Test ergab: Kraneberger schmeckt vielen sogar besser als teures Wasser aus Flaschen.

Unna

, 18.10.2018, 15:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Hellweger Anzeiger mussten bei einer Testaktion mit dem Wasserversorger Gelsenwasser im Jahr 2011 sieben Mineralwassersorten im Test bestehen – gegen das aufgesprudelte Nass von Gelsenwasser. Ein Ergebnis: Geschmack hängt nicht vom Preis ab.

Da wundert es auch nicht, dass das „Gelsenwasser“, oder auch „Kraneberger“ genannt, nur ganz knapp hinter dem deutlich teureren italienischen Mineralwasser auf Platz zwei landete. So richtig herausgeschmeckt haben es nur ganz wenige der Probanden – und sie alle gaben dem Leitungswasser Noten zwischen eins und zwei. Deutlich unterschiedlich dagegen der Geschmack, wenn es um richtig teure Mineralwasser geht. Auch wenn die Flasche knapp zwölf Euro kostet – das Wasser kann nicht jeden überzeugen oder eben ganz besonders überzeugen.

Eigentlich schien es zu Beginn gar nicht so kompliziert zu sein, acht verschiedene Wasser zu testen. Eigentlich: Denn während des Testens wurden die Probanden immer unsicherer. Ist das jetzt Tafelwasser oder doch das Discount-Wasser? Oder doch sprudelndes Leitungswasser? Jedes Wasser hat seinen eigenen Geschmack, doch zum Ende ist niemandem klar, welches Wasser süß oder welches abgestanden schmeckt.

„Wasser bleibt eben Wasser“, findet Caroline Geppert. „Wenn ich jetzt noch mehr probiere, wird das auch nicht besser“, befand Doris Höfer. Klaus Thorwarth hatte sich vorher noch Sorgen gemacht, ob der intensivere Geschmack eines Heilwassers nicht gleich die Geschmacksnerven lahmlege, erkannte dann aber auch nicht, welches Wasser denn das Heilwasser war. Da nützte es auch nichts, das Wasser im Mund hin- und herzuschaukeln, die Nase in das Glas zu stecken oder die verschiedenen Größen der Kohlensäureblasen genauer zu betrachten. Ganz still war es zwischendurch, denn jeder konzentrierte sich auf seine acht Gläser Wasser und den Fragebogen.

Test in Unna zeigt: Sprudelnder Genuss muss nicht teuer sein

So bewerteten die Testpersonen die acht verschiedenen Wassersorten. © Raulf, Thomas

Dr. Uwe Pöhls vom Institut für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung, der den Test begleitete, zeigte sich am Ende vom Ergebnis nicht überrascht. Überrascht waren wohl eher die Probanden, die allesamt zu Beginn fest daran geglaubt hatten, das Leitungswasser herausschmecken zu können. Zwölf Euro oder gar mehr für eine Flasche Wasser ausgeben, darin waren sich zum Schluss alle einig, möchte niemand. Und dass man für zwei Euro 1000 Liter Leitungswasser trinken kann, ist natürlich ein Argument.

Wassertrinker werden aber weiterhin die Qual der Wahl haben und neben dem Leitungswasser allein in Deutschland aus 800 verschiedenen Mineralwassersorten wählen können.