Tengelmann stampft alte Holding ein

Das Familienunternehmen Tengelmann (Kik, Obi) macht ernst mit der angekündigten drastischen Verkleinerung seiner Konzernholding. Zum 31. Dezember 2019 werde der operative Geschäftsbetrieb der bisherigen Holding, der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft, stillgelegt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Für die zuletzt 250 Mitarbeiter sei ein Sozialplan vereinbart worden.

10.07.2019, 13:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tengelmann stampft alte Holding ein

Tengelmann stampft alte Holding ein. Foto: Roland Weihrauch/Archivbild

Künftig soll das Familienimperium von einer neuen, personell deutlich schlanker aufgestellten Holding mit dem Namen Tengelmann Twenty-One gesteuert werden. Viele Aufgaben, die heute noch von der Holding erbracht werden, sollen in Zukunft von den Beteiligungsgesellschaften wie Kik oder Obi selbst erledigt werden. Die neue Holding werde sich auf Finanz, Steuer- und Rechtsfragen sowie auf die Themen Geschäftsentwicklung, Investment-Management und Talent-Entwicklung konzentrieren, berichtete das Unternehmen.

Für die Mitarbeiter der alten Holding gilt bislang noch eine im Januar ausgesprochene neunmonatige Beschäftigungsgarantie. Erst danach sollen die Kündigungen ausgesprochen werden. Jeder Mitarbeiter erhält als Abfindung ein Monatsbruttoentgelt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Zusätzliche Zahlungen gibt es für Mitarbeiter über 55 Jahren und für Mitarbeiter mit unterhaltsberechtigten Kindern. Tengelmann-Chef Christian Haub betonte, Ziel sei es gewesen, den Wegfall der Arbeitsplätze „sehr sozialverträglich zu gestalten“.

Mit dem Umbau drückt der neue Tengelmann-Chef dem Konzern seinen Stempel auf. Er hatte die Leitung des Familienunternehmens übernommen, nachdem sein älterer Bruder Karl-Erivan Haub im April 2018 auf einer Skitour in der Schweiz spurlos verschwunden war.

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