Wer in der Bahnhofstraße nicht aufpasst und mit Tempo 41 unterwegs ist, riskiert schon Punkte in Flensburg. Seit dem Umbau sind dort nur noch 20 km/h erlaubt. Die Polizei kontrolliert.

Schwerte

, 27.11.2018, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Lächeln belohnt die Autofahrer auf der Bahnhofstraße mehr dafür, wenn sie sich an das seit dem Umbau zum Boulevard neu eingeführte Tempo 20 halten. Der Smiley an der städtischen Messstation schräg gegenüber dem Stadtwerke-Kundencenter zeigt sich nicht mehr auf dem Display am Laternenmast. Die Tafel bleibt nur noch schwarz. „Der Akku ist leer“, sagte Stadt-Pressesprecher Carsten Morgenthal zur Begründung. Allzu lange durchgehalten hat der Stromspeicher nicht. „Wie alles heutzutage nur von zwölf Uhr bis Mittag“, kommentierte am Montag eine Passantin.

Polizei kontrollierte Geschwindigkeit

Deshalb können dem Symbolgesicht auch nicht mehr die Mundwinkel nach unten fallen, um vor zu schnellem Fahren zu warnen. Der Smiley sah so zwar niemals glücklich aus, wenn er Verkehrsteilnehmer erwischte, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten. Aber er blitzte die Übeltäter auch nicht, um Knöllchen zu verteilen. Im Gegensatz zum Verkehrsdienst der Polizei, der am Freitagmittag überraschend mit einem Laser-Messgerät in der Bahnhofstraße auftauchte. Vor dem Gebäude der Stadtsparkasse hatten sich die Beamten postiert, um das Tempo der Fahrzeuge zu überprüfen, die vom Bahnhof aus in Richtung Postplatz unterwegs waren.

Eine Stunde lang seien die Kollegen am Freitag in Schwerte gewesen, bestätigte Polizeisprecherin Vera Howanietz am Montag auf Anfrage. Viele Verkehrssünder sind ihnen in dieser Zeit auf der Bahnhofstraße allerdings nicht aufgefallen. „Vier Fahrzeuge waren zu schnell“, sagte Vera Howanietz: „Alle im Verwarngeldbereich.“

Das bedeutet, dass die Fahrer nicht mehr als 20 Kilometer zu schnell gewesen sind. Denn über dieser Schallgrenze drohen eine Anzeige und auch schon Strafpunkte in der Flensburger Kartei. Doch auch so bleibt es ärgerlich. Der Bußgeldkatalog sieht laut der Polizeisprecherin für Geschwindigkeitsübertretungen bis 10 Stundenkilometer 15 Euro vor. Bei 11 bis 15 Stundenkilometern zu viel werden 25 Euro fällig, bei 16 bis 20 dann schon 35 Euro. Dabei gelte jeweils die „vorwerfbare Geschwindigkeit“, die beim Lasern nach Abzug von drei Stundenkilometern entsteht.

Zwei Vorfälle, kein Zusammenhang zur Geschwindigkeit

Eine „Eingewöhnungszeit“ wird den Autofahrern nicht gewährt, wenn das erlaubte Tempo wie auf der Bahnhofstraße radikal heruntergesetzt wird. An die Regeln müsse man sich immer halten, erinnert Vera Howanietz. Dass ihre Kollegen jetzt vor Ort kontrollierten, sei nicht auf ein verstärktes Unfallaufkommen zurückgegangen. Seit dem Umbau waren in der Bahnhofstraße nur zwei Vorfälle aktenkundig geworden: einmal beim Rückwärtsfahren, ein anderes mal mit einem Kind, das urplötzlich mit dem Fahrrad aus einer Seitenstraße kam. Beides hatte keinen Zusammenhang mit einem zu schnellem Fahren.

Ihre Kollegen hätten sich bei der Kontrollaktion auf der Bahnhofstraße lediglich einen objektiven Überblick über die Situation verschaffen wollen, berichtete Vera Howanietz. Denn den Bezirksbeamten vor Ort seien Klagen zu Ohren gekommen, dass auf der breit gewordenen Straße zu schnell gefahren werde. Durch den Kommunikations-Austausch innerhalb der Behörde würde man dann nachschauen, wie es vor Ort tatsächlich objektiv aussieht. „Das ist kein Schwerpunkt“, sagte die Polizeisprecherin: „Nichtsdestotrotz kann es immer mal wieder Kontrollen geben.“

Bis dahin mahnt vielleicht auch der Smiley wieder zu tempogerechtem Verhalten. „Wir kümmern uns“, kündigte Stadtsprecher Morgenthal eine Reparatur der Anlage an.

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