Teile von Luxusautos verkauft: Clanmitglieder im Verdacht

Lager voller Heckklappen, Autotüren und Scheinwerfer: Mitglieder eines Familienclans sollen in Düsseldorf gestohlene Autos ausgeschlachtet haben, um sie dann zu verkaufen. Der Schaden geht in die Millionen. Die Behörden ermitteln gegen mehr als 15 Verdächtige.

24.10.2018, 10:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Teile von Luxusautos verkauft: Clanmitglieder im Verdacht

Das Blaulicht eines Streifenwagens der Polizei leuchtet. Foto: Stefan Puchner/Archiv

Sie sollen gestohlene Luxusautos zerlegt und die Teile weiterverkauft haben: Wegen Hehlerei in großem Stil ermitteln die Düsseldorfer Behörden gegen mehr als 15 Mitglieder eines Familienclans. Den Männern wird vorgeworfen, mindestens 100 in verschiedenen Ländern gestohlene Autos im Wert von mehr als vier Millionen Euro in illegalen Werkstätten in Düsseldorf ausgeschlachtet zu haben. Anschließend sollen sie die Einzelteile verkauft haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch erklärten. Bei 21 Durchsuchungen seit April 2018 fanden die Ermittler in Lagern über 1000 Autoteile wie abgetrennte Sitze, Heckklappen und Türen.

Die Behörden wollen aufklären, inwiefern die mutmaßlichen Täter im Alter zwischen 26 und 60 Jahren auch an den vorausgegangenen Diebstählen beteiligt waren. Unter den Autos waren den Ermittlern zufolge zahlreiche Luxuswagen. Auch an wen die Teile verkauft wurden und wohin die Einnahmen flossen, werde untersucht. Die Ermittler vermuten, dass deutlich mehr Autos gestohlen, zerlegt und weiterverkauft wurden. Die Verdächtigen sind Mitglieder eines libanesischstämmigen Clans.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei und der Bandenhehlerei sowie des schweren Bandendiebstahls. Die Autos wurden demnach in Nordrhein-Westfalen, Belgien, den Niederlanden und in Großbritannien gestohlen - ein Wagen bereits 2011. Der Kriminaldirektor der Polizei Düsseldorf, Dietmar Kneib, sprach am Mittwoch von einem „herausragenden Schlag“ gegen die Clankriminalität.

Polizei und Justiz in NRW haben ihre Einsätze gegen kriminelle Mitglieder von Clans erheblich ausgeweitet. Immer wieder gibt es großangelegte Razzien und Festnahmen. „Bei uns gilt nicht das Gesetz der Familie, sondern das Gesetz des Staates“, erklärte Innenminister Herbert Reul (CDU).

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