Teenager soll für IS geworben haben - Anklage am OLG

Ein 17-Jähriger soll laut Ermittlern versucht haben, Mitglieder und Unterstützer für die Terrormiliz Islamischer Start anzuwerben. Wegen dieses Vorwurfs hat die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft Anklage beim Oberlandesgericht in der Landeshauptstadt erhoben, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Der Syrer soll laut Erkenntnissen der Ermittler von Mitte 2018 bis Februar 2019 in fünf Fällen über Messenger-Dienste gezielt zum Beitritt zum IS und zum bewaffneten Dschihad aufgerufen haben, hieß es in der Mitteilung.

06.09.2019, 14:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Teenager soll für IS geworben haben - Anklage am OLG

Blick auf den Eingang zum Oberlandesgericht. Foto: Rolf Vennenbernd/Archivbild

Die Anklage sei bereits Mitte Juli erhoben worden. In Untersuchungshaft befinde er sich seit dem 21. März. Zuvor lebte er in Leverkusen, 2015 war der Mann laut einem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Die Generalstaatsanwaltschaft ist zentral für die Terrorismusbekämpfung in Nordrhein-Westfalen zuständig.

Der 17-Jährige soll unter anderem seine in Marokko lebende Verlobte und einen Mann in Syrien dazu gebracht haben, einen Treueeid auf den IS-Anführer abzulegen. Zudem habe er den Mann in Syrien dazu aufgefordert, als „Vertrauensbeweis“ einen „Ungläubigen“ zu töten, wie es in der Mitteilung hieß. Der Mann, zu dem keine weiteren Details genannte wurden, soll sich dazu bereit erklärt haben, vor einer entsprechenden Tat jedoch in Syrien festgenommen worden sein.

Auch soll der 17-Jährige Gewaltvideos verbreitet haben, die den IS verherrlichen. Zudem wird ihm vorgeworfen, im Internet Anleitungen für schwere staatsgefährdende Gewalttaten heruntergeladen zu haben. Dabei habe es sich etwa um eine Anleitung für die Ausführung von Messerangriffen und Hinweise für den Umgang mit chemischen Stoffen gehandelt, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Dem Jugendlichen drohe eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

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