Tausend Kraniche ziehen über Werne hinweg

Vogelzug

Beeindruckendes Naturschauspiel: Tausende Kraniche ziehen in diesen Tagen gen Süden. Auch über Werne flogen viele Vögel. Das verfolgten am Montagmittag auch viele Werner in der Innenstadt.

Werne

, 22.10.2018, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tausend Kraniche ziehen über Werne hinweg

Tausende Kraniche zogen über Werne hinweg gen Süden. Einige von ihnen bleiben aber auch über den Winter in Deutschland. © Patrick Pleul/dpa

Mit ohrenbetäubendem Lärm flogen am Montagmittag viele Kraniche über Werne hinweg. Die Vögel zieht es nach Süden. Dorthin, wo es noch wärmer ist als hierzulande. Tausende Tiere machen sich auf den Weg - traditionell Ende Oktober, zur Sim-Jü-Zeit.

„Das ist ein Schauspiel, das man jedes Jahr um diese Zeit beobachten kann. Wir wohnen direkt in der Einflugschneise. Da die Vögel jedes Jahr die selbe Route fliegen, kann man sie auch immer über Werne sehen“, erklärt Ornithologe Klaus Nowack. Bereits am Sonntag habe er Kraniche beim Vogelzug beobachtet, erzählt der Experte. Dabei war deutlich zu hören, dass auch viele Jungvögel dabei sind. „Die Jungvögel kann man deutlich erkennen. Auch der Laie kann das. Die Jungtiere klingen viel heller“, sagt Nowack.

Tausend Kraniche ziehen über Werne hinweg

Kraninche flogen am Montagmittag egen 13.30 Uhr über Werne und versuchten in der Thermik, Höhe zu gewinnen. © Jörg Heckenkamp

Wie viele Kraniche es wohl sind, ist schwer zu sagen. Klar ist aber, dass es sich nicht nur um Vögel aus Deutschland handeln kann. Es seien sicherlich auch Tiere aus dem Osten oder Nordosten dabei. Am Dümmer, wo sich regelmäßig viele Vögel aufhalten, seien es bestimmt 80.000, glaubt Nowack.

An dem See in Niedersachsen bleiben mittlerweile auch viele Kraniche den Winter über. „Das ist ihr Instinkt. Die, die bleiben, sind auch die Ersten an den Brutplätzen“, erklärt Nowack. Hier gibt es genügend Nahrung und Schlafplätze, so der Ornithologe. Dass die Tiere häufiger auch hierzulande überwintern, sei auch ein Indikator für den Klimawandel.

Ökonomisches Fliegen

Viele Tiere machen sich aber auf in wärmere Gefilde. Südfrankreich, Spanien oder Portugal könnten Ziele der Kraniche sein. Dabei gehen sie möglichst ökonomisch vor. „Wenn Kraniche beginnen, in der Luft zu kreisen, dann suchen sie nach wärmerer Luft, nach neuer Thermik. Das kann einige Minuten dauern“, erklärt Nowack. Mit besserem Auftrieb lässt es sich kräftesparender fliegen.

Für Klaus Nowack ist der Vogelflug nicht nur ein schönes Naturschauspiel. „Es ist ein Abschiednehmen, aber auch ein Wiedersehen. Was wegfliegt, kommt auch wieder“, sagt er. Für März rechnet er mit der Rückkehr der Kraniche.

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