Das Wetter ist schuld: Tankstelle sitzt auf dem Trockenen

dzLieferengpass

„Zur Zeit kein E10 lieferbar“ steht an der Zapfsäule der SB-Tankstelle an der Alstedder Straße. Grund dafür ist das zu trockene Wetter und der Rheinpegel.

03.11.2018, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zapfsäule der SB-Tankstelle an der Alstedder Straße ist am Freitag mit Flatterband abgesperrt. Nicht etwa, weil sie kaputt ist, sondern weil es hier nichts mehr zu holen gibt. Der E10-Tank ist leer. „Das ist das erste Mal, dass uns der Sprit ausgeht“, sagt ein Mitarbeiter der Tankstelle, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen möchte.

Zwar war für Freitagabend eine neue Lieferung angekündigt, aber es ist zur Zeit nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Wochen wieder Zapfsäulen abgesperrt werden müssen. Zumindest, wenn es nicht bald ausreichend regnet.

Pegel zu niedrig

Schuld ist nämlich der niedrige Pegelstand des Rheins. Deutschlands wichtigste Binnenwasserstraße sitzt zur Zeit stellenweise – wie auch manche Tankstellen – auf dem Trockenen. Weil es zu wenig regnet, können Tankschiffe seit Wochen nicht mehr voll beladen fahren. So werden auch weniger Kraftstoffe transportiert und auf die Tankstellen verteilt.

Das Wetter ist schuld: Tankstelle sitzt auf dem Trockenen

„Zur Zeit kein E 10 lieferbar“ © Victoria Maiwald

Die Bundesregierung hat sogar einigen Bundesländern und Regierungsbezirken erlaubt, auf Treibstoff aus Tanklagern zurückzugreifen, der aus der Erdölreserve des Bundes stammt. Um den Markt wieder in Ordnung zu bringen und die Versorgungslücke zu schließen, wurden laut Erdölbevorratungsverband 70.000 Tonnen Benzin, 150.000 Tonnen Diesel und 56.000 Tonnen Kerosin freigegeben.

Hierbei handelt es sich jedoch um eine zeitlich begrenzte Maßnahme, um Störungen in der Energieversorgung zu verhindern.

Rohölpreis sinkt, Preise steigen trotzdem

Das hat auch Auswirkungen auf den Preis der Kraftstoffe. Zwar sei der Rohölpreis gesunken, „aber der Spritpreis steigt bestimmt schon seit einer Woche immer weiter“, sagt der Mitarbeiter der SB-Tankstelle. Das hänge mit der Versorgungsknappheit und dem erhöhten Logistik-Aufwand zusammen.

Aber nicht alle Tankstellen in Lünen müssen ihre Zapfsäulen dicht machen. So hat die bft-Tankstelle an der Borker Straße derzeit keine Probleme. Das könnte damit zusammenhängen, dass der Tank dieser Tankstelle 30.000 Liter und der Tank der SB-Tankstelle nur 20.000 Liter fasst. Denn die Lieferstrecke ist eigentlich dieselbe. Von Rotterdam, über Duisburg und Gelsenkirchen und schließlich nach Lünen.

Rheinvertiefung gefordert

Dieser Engpass lässt auch wieder Stimmen in der Politik laut werden, die eine Rheinvertiefung fordern, um solchen Situationen vorzubeugen. So könnten Transportschiffe mit viel Tiefgang auch bei Niedrigwasser ohne Probleme fahren.

Wann die Versorgungsengpässe wieder aufgehoben sind, lässt sich derzeit nicht abschätzen, da zunächst keine Niederschläge, die den Pegel des Rheins steigen lassen könnten, in Aussicht sind.

Dennoch raten die Mitarbeiter der Tankstellen nicht zu Hamsterkäufen. Noch kämen jeden Tag Kraftstofflieferungen in Lünen an.

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