Talbrücke Block Heide (A1) in Schwerte wird abgerissen: Fünf Jahre Engpass und Baustelle

dzBehelfsbrücke kommt

Die Baustelle nutzt auch Privatgärten, und die Lärmschutzwand muss erneuert werden. Was Nachbarn und Autofahrer über den Neubau der A1-Brücke „Block Heide“ wissen müssen.

Schwerterheide

, 12.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Täglich fahren rund 111.000 Autos über die A1 in Schwerte. Fast 18.000 davon sind Schwerlastzüge. Damit gehört die Trasse zu den meist befahrenen Autobahnen Deutschlands. Das ist einer der Gründe, warum die Talbrücke „Block Heide“ an der Römerstraße abgerissen und neu gebaut werden soll. Während der vier bis fünf Jahre dauernden Bauzeit wird die Brücke zum Nadelöhr.

Einschränkungen für Pendler und Nachbarn

Der Bau betrifft nicht nur die Autofahrer auf der Trasse, sondern auch die Nachbarn. Denn gebaut wird in einem aufwendigen Verfahren. Zunächst entsteht eine Behelfsbrücke auf der Südseite, also in Richtung Schwerte. Die Baustelle soll allerdings überwiegend über die Autobahn beliefert werden, kündigt Sandra Buschkühl vom Landesbetrieb Straßen.NRW an. Deshalb soll für den Baustellenverkehr zu dem Bauwerk eine Rampe entstehen, um von der Autobahn abzufahren.

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Auf dem Behelfsbauwerk können dann zwei Spuren eingerichtet werden, so dass während der gesamten Bauphase der Verkehr in beide Richtungen dreispurig bleibt. Allerdings werden die Spuren deutlich schmaler sein als zurzeit.

Und auch die Nachbarn auf der Heide werden vermutlich den Bau zu spüren bekommen. Denn für den Ausbau der Brücke und der Fahrbahn werden die Lärmschutzwände versetzt und angepasst. Außerdem wird auch der Bau nicht lautlos abgewickelt werden können. „Es gibt geltende Vorschriften, an die sich das Bauunternehmen halten muss“, so Projektleiterin Sandra Buschkühl.

Mindestens drei Gärten werden für Baustelle mitgenutzt

Zumindest drei Nachbarn an der Römerstraße werden noch deutlich mehr von der Baustelle mitbekommen, denn die findet dann auch in ihrem Garten statt. Der Landesbetrieb muss, um die Brücke bauen zu können, einen Teil der Gärten für die Baustelle mitnutzen können. „Vorübergehende Inanspruchnahme“ heißt das im Amtsdeutsch. Nach Abschluss der Arbeiten können die Eigentümer dann aber ihre Grundstücke wieder komplett nutzen.

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Ein Baubeginn ist bislang noch nicht festgelegt, denn der Brückenbau befindet sich noch in der Planfeststellung. Das bedeutet, dass Schwerter noch bis 27. November die Pläne im Rathaus an der Rathausstraße 31, im Planungsamt, einsehen können. Am Dienstag, 19. November, sind Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen.NRW von 10 bis 16 Uhr im Rathaus und erläutern die Pläne. Dort und auch an den anderen Tagen kann man Anregungen machen und Einwendungen gegen den Bau erheben. Das muss man nicht einmal selber aufschreiben, sondern kann es auch im Rathaus zu Protokoll geben.

Auch Bahnstrecke wird tageweise gesperrt

Über die Einwendungen befindet dann die Bezirksregierung in Arnsberg, die auch den Planfeststellungsbeschluss erlässt, erklärt Kathrin Gellermann vom Landesbetrieb. Der ist notwendig, damit gebaut werden kann.

Temporäre Einschränkungen wird es nicht nur für Autofahrer, sondern auch für die Passagiere der Deutschen Bahn geben. Denn die Brücke überspannt die Bahnstrecken Richtung Dortmund und Hamm-Berlin. Beim Abriss der alten Brückenhälfte in Fahrtrichtung Köln werden diese beiden Bahnstrecken vermutlich für acht oder neun Tage gesperrt werden müssen.

Talbrücke Block Heide (A1) in Schwerte wird abgerissen: Fünf Jahre Engpass und Baustelle

Eine Behelfsbrücke aus Baukastenteilen der strategischen Reserve des Bundes wird auf der südlichen Seite der Autobahnbrücke Block Heide gebaut. Sie ist nur geliehen und wird später wieder zerlegt und zurückgegeben. © Reinhard Schmitz

Wenn es doch noch zu Verzögerungen käme, gibt es zumindest aus technischer Sicht noch etwas Luft. Nach einer Verstärkung der Brücke im Jahr 2017 wurde die Restlaufzeit bis auf das Jahr 2032 verlängert. Ob dies allerdings dem steigenden Verkehr gerecht wird, bezweifeln die Planer.

Und auch für Eisenbahnromantiker haben die Pläne eine schlechte Nachricht. Das Stellwerk Block Heide, das der Brücke ihren Namen verlieh, wird von der Bahn in diesem Zuge abgerissen. Denn mit der neuen Brücke erhält die Strecke eine veränderte Oberleitung.

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