Tagesmutter lässt Kind von Kollegin betreuen - Stadt Bielefeld will nicht zahlen

Oberverwaltungsgericht

Eine Tagesmutter lässt ihr eigenes Kind dort von einer Kollegin betreuen, wo sie auch selbst arbeitet. Die Stadt Bielefeld will dafür nicht zahlen. Jetzt entschied das Oberverwaltungsgericht.

Münster

05.02.2020, 08:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tagesmutter lässt Kind von Kollegin betreuen - Stadt Bielefeld will nicht zahlen

In einer Großtagespflege in Bielefeld arbeitet eine Tagesmutter, die vor Gericht recht bekam: Die Stadt muss für die Unterbringung ihres eigenen Kindes zahlen. © picture alliance/dpa

Lässt eine Tagesmutter ihr Kind von einer Kollegin in den gleichen Räumlichkeitenbetreuen, muss die Stadt dafür zahlen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster in einem Eilbeschluss entschieden.

Die Stadt Bielefeld hatte einen bereits ausgesprochenen Bewilligungsbescheid für das Kind zurückgezogen. Das Jugendamt vermutete ein Scheingeschäft. Die Tagesmutter hatte angegeben, dass eine Kollegin das Kind in den gemeinsam genutzten Räumen in einer sogenannten Großtagespflegestelle für mehrere Kinder betreut.

Erste Instanz gab der Stadt recht

Das Verwaltungsgericht Minden hatte der Stadt Bielefeld Recht gegeben. Die Beschwerde der Mutter dagegen hatte jetzt in Münster Erfolg, wie das OVG am Dienstag mitteilte (Az.: 12 B 655/19).

Bei einem professionellen Berufsverständnis sei die Zuordnung eines Kindes zu einer bestimmten Tagespflegeperson gewährleistet, sagten die OVG-Richter zur Begründung - auch wenn die Mutter in den denselben Räumen arbeite. Prüfen und überwachen müsse das das zuständige Jugendamt.

dpa

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