TV Werne verlässt Jahnturnhalle: Jetzt heißt es zusammenrücken im Fürstenhof-Turm

dzAbriss Jahnturnhalle

Volle Kraft voraus: Am 29. Februar startet der TV Werne seinen zweiten Teil-Umzug - von der Jahnturnhalle in den Fürstenhof-Turm an der Bahnhofstraße. Dann heißt es: zusammenrücken.

Werne

, 21.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach der Gründung im Jahr 1903 suchte der TV Werne eine eigene Halle. „Der Turnbetrieb hat sich gut entwickelt“, ist in der Chronik zum 111-jährigen Bestehen nachzulesen. Das Zitat stammt von 1926. Abwechselnd turnten die Mitglieder damals in den Gaststätten „Zinke“ an der Burgstraße und „Möllenbrink“ an der Steinstraße.

Nach einer großen Spendenaktion 1928 hatten die Akteure schließlich genug Geld zusammen und konnten auf dem Grundstück der damaligen Laarstraße, heute Jahnstraße, ihre Vereins-Turnhalle bauen. Später ging die Sportstätte dann in den Besitz der Stadt über, die Nutzung blieb aber dem Verein erhalten.

Sportbetrieb in der Jahnturnhalle geht zu Ende

Nach 90 Jahren geht die Sporthallen-Ära nun zu Ende. Wie berichtet, weicht das zweistöckige Gebäude einer Wohnbebauung. „Der Abriss-Termin steht zwar noch nicht fest, aber wir wollen den Mitgliedern Sicherheit geben“, sagt Geschäftsführerin Sonja Blaha auf Anfrage der Redaktion.

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TV Werne verlässt Jahnturnhalle

Im einem zweiten Schritt zieht der TV Werne am 29. Februar aus der Jahnturnhalle aus. Ende Oktober fand der erste Teil-Umzug statt, nun sind die Gymnastik-, Freizeit-, Breitensport- und Fitness-Kurse dran.
20.02.2020
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Immer noch sehr beliebt ist das Kinderturnen.© TV Werne
Finanzwartin Katja Mertens (v.l.), Vorsitzender Mathias Reimann und Geschäftsführerin Sonja Blaha bereiten sich auf den Umzug der Sportgruppen von der Jahn-Turnhalle in den Fürstenhof-Turm vor.© Helga Felgenträger
Die Jahnturnhalle wird demnächst abgerissen. Mehr als 90 Jahre diente sie dem TV Werne.© TV Werne
Aus eigener Initiative hatte der TV Werne 03 die Halle gebaut.© TV Werne
Vor 15 Jahren wurde der Gymnastikraum renoviert.© TV Werne
In neuem Glanz erstrahlt der Gymnastikraum nach der Renovierung.© TV Werne
Jahnturnhalle.© Foto Helga Felgenträger
Jahnturnhalle.© Foto Helga Felgenträger

„Einige drohten schon mit Kündigung, weil sie nicht wussten, wann und wo die Kurse stattfinden.“ Mit dem Umzug in den Fürstenhof-Turm am 29. Februar endet der Betrieb in der Jahnturnhalle und weiter geht es dann am 2. März im Turm. Auch das neue Programmheft, das jetzt erschienen ist, weist bereits auf die geänderten Zeiten und Orte hin.

Zweiter Teil-Umzug führt in den Fürstenhof-Turm

Von dem zweiten Teil-Umzug sind 17 Übungsleiterinnen der Gymnastik-, Freizeit-, Breitensport- und Fitness-Kurse betroffen. „Wir hoffen wieder auf viele Helfer“, sagt Blaha. Bereits Ende Oktober zog der Verein mit Turnkindergarten, Purzelturnen (Eltern-Kind-Turnen), Powerzwergen, Rhythmische Sportgymnastik, Judo, Taekwondo und Fitnessboxen in die Turnhalle der alten Wiehagenschule an der Horster Straße um. „Der Umzug lief mit Bravour“, so Sonja Blaha.

Mit den Örtlichkeiten ist vor allem der Vorsitzende Mathias Reimann äußerst zufrieden. „Die Halle ist wie für uns gemacht“, sagt er. Der TV Werne habe wieder seine eigene Halle. So wurde den Sportlern das alleinige Nutzungsrecht von der Stadt Werne zugesichert. „Wie in der Jahnturnhalle können wir unsere Judomatte liegen lassen“, freut sich Reimann. Er ist selbst in der Jahnturnhalle mit dem Judosport groß geworden.

Lücke im Belegungsplan nur noch in der Mittagszeit

Im Gegensatz zur Wiehagen-Turnhalle muss sich der TV Werne den Fürstenhof-Turm (zweiter und dritter Stock) mit anderen Sportgruppen teilen. Dort richten unter anderem Volkshochschule, Behinderten- und Rehasport, Werner SC, Tanzsportclub und die Osteoporose-Gruppe ihr Angebot aus. „Der Belegungsplan weist nur noch in der Mittagszeit Lücken auf“, sagt Sonja Blaha. Ansonsten sei der Turm, der im Erdgeschoss und ersten Stock das Jugendzentrum Juwel beherbergt, ausgeschöpft.

Treffen mit den Vereinen auf gute Nachbarschaft

Im Vorfeld traf sich der Vorstand mit dem WSC und dem Tanzsportverein auf gute Nachbarschaft. „Es war ein sehr angenehmes Gespräch“, sagt Mathias Reimann. Alle seien bedacht darauf, gut miteinander zu kooperieren. Der WSC arrangiere sich bereits seit sieben Jahren mit der Übergangslösung im Turm. „Umbauarbeiten müssen nicht gemacht werden“, sagt er.

Kritisch sieht der Vorstand die Umkleideräume, die möglicherweise überlastet seien. „Wenn Kurse enden und beginnen, könnte es zu Überschneidungen kommen.“ Aber man wolle es erstmal auf sich zukommen lassen.

Alle Vereine müssen Änderungen in Kauf nehmen

Der Wegfall der Jahnturnhalle betrifft zwar in erster Linie den TV Werne, aber letztlich mussten alle Vereine Platz schaffen und Veränderungen in Kauf nehmen. „Es war eine große Herausforderung für alle Werner Vereine und Einrichtungen“, sagt Finanzwartin Katja Mertens.

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