TU Dortmund: Forscher erzeugen nahezu nikotinfreien Tabak

Forschern der Technischen Universität Dortmund ist die Erzeugung von nahezu nikotinfreiem Tabak gelungen. Durch einen gentechnischen Eingriff bei der Tabakpflanze „Virginia Smoking Tobacco“ sei der Suchtstoff auf das 400-Fache verringert worden. „Statt 16 Milligramm hat jedes Gramm Tabak jetzt nur noch 0,04 Milligramm Nikotin“, sagte Biochemiker Felix-Oliver Stehle. Dies sei an der sogenannten Nachweisgrenze. „Weltweit ist es noch niemandem gelungen, den Nikotinwert so weit herabzusenken“, betonte Stehle gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

18.09.2019, 13:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei der betreffenden Pflanze sei eine sogenannte Genschere eingesetzt worden, ein biochemischer Prozess, bei dem sechs Gene durchgeschnitten wurden. Die Pflanze setze diese Gene zwar wieder zusammen, aber fehlerhaft. Dadurch werde die Nikotinproduktion ausgesetzt und die neue Tabakpflanze sei entstanden. Dieser Prozess ist laut dem Forscher Stehle praktisch mit jeder Tabaksorte möglich.

Am Wochenende stellt der Forscher die Pflanze auf der Fachmesse inter tabac (20. bis 22. Oktober) in Dortmund vor. Die Industrie könne sich neue Märkte erschließen, „nämlich den Markt der Raucher, die aufhören wollen, und der Menschen, die ihre Raucherrituale beibehalten, aber gleichzeitig schädliches Nikotin vermeiden wollen“. Angebaut werden dürfe die Pflanze hierzulande wegen des gentechnischen Eingriffs allerdings nicht.

Neben Nikotin sind im Zigarettenrauch 4800 chemische Substanzen, von denen 70 Krebs erregend sind oder im Verdacht stehen, Krebs erregend zu sein.  

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