Syrer aus NRW zündet sich vor UN-Gebäude in Genf an

Ein zuletzt in Nordrhein-Westfalen wohnhafter syrischer Kurde hat sich am europäischen Standort der Vereinten Nationen in Genf (Schweiz) mit Benzin übergossen und angezündet. Mit brennender Kleidung versuchte er am Mittwoch, in das Gebäude des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) einzudringen, wie ein Sprecher sagte. Der 31-Jährige wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt und mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik für Brandopfer in das 60 Kilometer entfernte Lausanne gebracht. Der Mann habe in Essen gewohnt, verlautete aus Polizeikreisen.

23.10.2019, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sicherheitskräfte, die stets vor dem Gebäude im UN-Viertel der Schweizer Stadt stehen, seien dem Mann sofort zur Hilfe geeilt und hätten die Flammen schnell gelöscht, sagte UNHCR-Sprecher Andrej Mahecic. „Sie haben ihm das Leben gerettet.“ Nach seinen Angaben hat der Mann weder Forderungen gestellt noch ein Flugblatt dabei gehabt. Weder das UNHCR noch die Polizei konnten sich zu den Beweggründen des Mannes äußern.

In Nordostsyrien sind in der von Kurden kontrollierten Region Zehntausende Menschen auf der Flucht, seit US-Präsident Donald Trump die US-Truppen abzog und die Türkei am 9. Oktober eine Offensive begann. Die Türkei verlangt den Abzug der kurdischen Miliz YPG aus dem Gebiet. Sie will dann dort eine Zone einrichten, unter anderen, damit syrische Flüchtlinge aus der Türkei in ihr Heimatland zurückkehren.

Nach Angaben des UNHCR waren in der Region bis Anfang dieser Woche mehr als 150 000 Menschen vertrieben worden, davon 80 000 Kinder. Die Schätzungen über die Zahl der Vertriebenen variieren.

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